Schulmedizin versus holistische Gesundheit

Seit ich therapeutisch tätig bin, höre ich immer wieder Stories von Menschen, die einen regelrechten Ärztemarathon hinter sich haben und dann irgendwann total verzweifelt an einen Scharlatanen geraten, der ihre Hoffnungen schürt und sie finanziell ausnimmt. Ich frage mich - warum konnte diesen Menschen in der Schulmedizin nicht geholfen werden? Haben sie auch andere Ansätze wie beispielsweise TEN (traditionelle Europäische Naturheilkunde) ausprobiert. Kann ihnen überhaupt irgend eine Therapie helfen? 

 

Aus Gesprächen mit diesen betroffenen Personen durfte ich erfahren, dass sie in Spitäler, Kliniken und anderen schulmedizinischen Einrichtungen sehr unfreundlich und herablassend behandelt wurden. Häufig haben diese Menschen sehr komplexe Symptome, die nicht abschliessend einem Krankheitsbild zugeordnet werden können, was dazu führt, dass sie von Spezialist zu Spezialist geschickt werden, Tests durchlaufen müssen und am Schluss trotzdem keine eindeutige Diagnose - geschweige denn eine nützliche Therapie bekommen. Oftmals wird ihnen nicht - nicht genug konzentriert - nicht genug lang - zugehört. Die Ärzte sind gedanklich woanders oder haben keine Zeit. Und dann ärgern sich Spezialisten darüber, dass diese Menschen im Internet nach möglichen Ursachen für ihre Beschwerden suchen und Selbstdiagnosen erstellen.

 

Oftmals kostet das viel Nerven und Geld. Wenn sie dann kurz vor dem psychischen Zusammenbruch stehen und sich alleine gelassen fühlen von all den Spezialisten, die ja eigentlich helfen sollten, fangen sie an nach Alternativen zu suchen. Und da ist leider der Markt gespickt von zwielichtigen Personen, die Wunderheilungen versprechen. Jemand der am letzten Faden der Hoffnung hängt, möchte dies natürlich glauben und ausprobieren....

 

Ich bin überzeugt, dass alle Krankheiten psychisch, emotional verknüpft sind. Und so ist es schwierig, eine Krankheit zu heilen, wenn wir nicht bereit sind hinzuschauen, woher die Krankheit kommt und was sie uns psychologisch mitteilen möchte. Wenn ein Arzt  mit Symptomen überfordert ist, heisst es schnell, dass diese Symptome psychosomatische Ursachen haben. Was oft dazu führt, dass der Klient keine Therapie bekommt. Aber vielleicht ist es genau das Ziel, dass man seine Symptome von der psychologischen Seite zu betrachten beginnt und sich Gedanken darüber macht, WARUM man diese Symptome überhaupt entwickelt hat.

 

 

 

Ich möchte hier niemanden diskreditieren - ein Arzt der ein jahrelanges Studium abschliesst und sich dann in einem Spezialgebiet weiterbildet, ist zu bewundern. 

 

Was mich allerdings wundert ist, wann manche Ärzte den Blick und das Gefühl fürs Ganze verloren haben? Der Körper ist ein Wunderwerk der Natur und es spielen so viele Prozesse und Abläufe ineinander -wie kann man dann als Spezialist aufhören den Körper als komplexes Ganzes zu betrachten? Es liegt doch auf der Hand, dass wenn man an einer Schraube dreht, dass dann im ganzen Körper Veränderungen auftreten...

 

Da scheint bei einigen Ärzten der Respekt vor dem Körper verloren gegangen und der finanzielle Reichtum in den Vordergrund gerückt zu sein, was ich extrem traurig und tragisch finde. Aber es gibt leider auch viele Menschen, die ein Arztstudium beginnen, mit dem alleinigen Ziel reich zu werden. Diese Ärzte bilden sich dann idealerweise zum Schönheitschirurgen weiter.... 

 

Natürlich gibt es auch ganz viel Ärzte und Ärztinnen, die im Dienste der Menschheit und der Gesundheit fantastische Leistungen erbracht haben und erbringen! Denen möchte ich für ihr Engagement danken.

 

 

 

Auf der anderen Seite gibt es einen ganzen Businesszweig, der die Hoffnungslosigkeit und die Verzweiflung von Menschen ausnutzt um sich finanziell an ihnen zu bereichern. Personen, die sehr gut darin sind, sich und ihre Methode(n) zu verkaufen und andere Menschen zu überzeugen - oder besser gesagt zu betrügen.

 

Ich weiss jetzt nicht was schlimmer ist - ein Arzt, der nur Dollarzeichen sieht oder ein Scharlatan mit dem selben Symptom.

 

Ich beobachte auch, dass Menschen die verzweifelt sind und in Panik vor ihrer Krankheit/ ihren Krankheiten leben, leicht zu manipulieren sind. Da gibt es zig Youtube-Filme und Bücher über Wege, wie man sich selbst heilen kann. Gedankenkontrolle, die vierte Dimension erreichen, Bestellungen im Universum tätigen, und und und. Ich selbst habe auf der Suche viele dieser Bücher gelesen, Videos gekuckt und Einiges voller Überzeugung ausprobiert. Selten hat eine Methode funktioniert. 

 

Warum habe ich also noch nicht meinen Traumkörper, obwohl ich ihn mir über Monate hinweg visualisiert, Bilder ausgedruckt und eine Collage erstellt, eine ganze Liste von negativen Adjektiven mit Positiven ersetzt habe?  Und diese Liste habe ich mir dann täglich beim Zähneputzen vorgelesen wie ein Mantra? 

 

Warum bin ich noch nicht stinkreich geworden mit meinen Angeboten und ziehe ohne mit der Wimper zu zucken im Universum die richtigen Leute an? Obwohl ich mir das mehrfach im Universum bestellt habe?

 

Warum bin ich immer noch Brillenträgerin, obwohl ich gemäss einem Buch mit einer konkreten Anleitung längst wieder normal sehen müsste?

 

Die Autoren würden mir jetzt wahrscheinlich vorwerfen, ich sei nicht genug diszipliniert und ausdauernd dran geblieben. Vielleicht hatte ich einfach zu wenig Geduld? Oder ich hätte es falsch verstanden und ausgeführt - was durchaus möglich ist, denn in vielen dieser Bücher gibt es sich widersprechende und verwirrende Inhalte. Wenn es denn so einfach wäre, wären wir nicht alle geheilt, reich und sorglos? Warum gäbe es dann überhaupt Krankheiten, Schwierigkeiten, Stolpersteine auf unserem Weg?

 

WEIL DAS ALLES QUATSCH IST!!! 

 

Ach nein stimmt - weil ich ja nicht zu den Auserwählten gehöre… 


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Auf dem Weg zu Gesundheit - und zur richtigen Therapie - vielleicht auch einem passenden Therapeuten (denn es gibt sehr viele gute Therapeuten, die einem in der bestimmten Lebenslage, in der man gerade steckt, helfen können), ist der erste Schritt Annahme und Selbstverantwortung.

 

Denn es nützt nichts von Arzt zu Arzt zu rennen, wenn man innerlich nicht akzeptiert hat, dass man krank ist und wenn man Wunder erwartet ohne selbst etwas dazu beitragen zu wollen. (Aber in der heutigen Konsumgesellschaft gehört dieses "sich bedienen lassen" und sich mit Geld alles Kaufen können" zum Irrtum der Gesellschaft) Denn in diesem Fall gibt es keinen Arzt, keinen Therapeuten, der helfen kann. 

 

 

Heilung, Gesundheit, Ausgleich, Friede, Liebe, u.v.m. kann nur geschehen, wenn wir es auch zulassen und wenn wir uns darauf einlassen. Jeder einzelne, für sich. Individuell. Heilung muss von Innen stattfinden... Schritt für Schritt.

 

 

 

 

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Anonym (Sonntag, 19 August 2018 21:55)

    Wunderbarer Text du schreibst mir aus meiner Seele