Hommage an die Mutter

Im folgenden möchte ich ein paar Gedanken und Facts zum Thema „Mutter“ aufführen. Einerseits weil ich gerade ein sehr aufschlussreiches Buch über das Thema „Mutter-Tochter-Beziehung“ am lesen bin, andererseits weil diese Beziehung zur Mutter, zu den Eltern oftmals schwierig ist, von negativen Gefühlen überschattet wird und ich mich oft gefragt habe, warum das so ist. Gerade im systemischen Familienstellen ist dies oftmals ein zentrales Thema.

 

Was ist Mythos, was ist wahr zum Thema Mutterschaft? Was macht eine gute Mutter aus und wer definiert das? Wie lange hat man als Mutter gegenüber seinen Kindern Verpflichtungen, hören die Verpflichtungen irgendwann auf, wenn das Kind erwachsen ist? Welche Verantwortung habe ich als Tochter gegenüber meiner Mutter, insbesondere wenn sie krank wird oder einer Pflege bedarf? Was sind die gegenseitigen Erwartungen? Warum wünschen sich so viele erwachsene Frauen (und Männer) immernoch, obwohl sie schon längst selbstständig sind und „ihr eigenes Leben leben“, Anerkennung und Bestätigung der Mutter, der Eltern zu bekommen?

Auch habe ich mich schon oft gefragt, warum identische Therapien, Diäten, etc. bei manchen Menschen erfolgreich sind und bei anderen nicht - obwohl sich die Symptome nicht oder nur gering unterscheiden. 

 

 

Immer und immer wieder kommen in der Auseinandersetzung mit den eigenen Eltern und meiner Rolle als Mutter, Hausfrau und Ehefrau, aber auch in meiner therapeutischen Tätigkeit die Themen LIEBE, NÄHREN, ANNEHMEN UND LOSLASSEN an die Oberfläche. 

 

(Ich möchte noch anmerken, dass ich die Leistung und die Aufgabe der Väter in keiner Weise diskreditieren oder herabsetzen möchte. Im Gegenteil. In diesem Blog-Artikel befasse ich mich aber explizit mit dem Muttersein)

 

Nun bin ich nach der Lektüre mehrer Bücher den Gründen auf der Spur, wie die biologische, emotionale und genetische Verbindung zwischen Mutter und Kind - insbesondere Töchter, die psychische und physische Gesundheit beeinflusst. 

 

Die Autorin, Mutter und Gynäkologin Dr. Med. Christiane Northrup hat in ihrer Arbeit herausgefunden und belegt, dass der eigene Körper, seine eigene Gesundheit und die Wahrnehmung dessen sehr stark mit den Verhaltensweisen der Mutter zusammenhängen.

 

Frau Northrup hat mehrere Bücher geschrieben, unter anderem das Buch „Mutter Tochter Weisheit“ (Zabert Sandmann Verlag). Ich erlaube mir daraus ein paar Passagen zu zitieren und einige zusammenzufassen, denn ihre Studien haben mich beeindruckt und sie haben mir bestätigt, was ich schon lange gespürt habe. 

 

Vorgeburtlich schwammen wir im Körper unserer Mutter und hörten ihren Herzschlag. Wir wurden durch ihr Blut genährt. In diesem Blut flossen die neurochemischen Botenstoffe, die sich auf Grund ihrer Gedanken und Gefühle gebildet hatten. War sie wegen ihrer Schwangerschaft bekümmert, verängstigt, glücklich oder erfüllt - so spürten wir dies. Und diese Wahrnehmung hat einen massgebenden Einfluss darüber, wie wir nach der Geburt auf Impulse, Verhaltensweisen, etc. Insbesondere unserer Mutter reagiert haben und immernoch reagieren. 

 

Frau Northrup hat in diesem Buch speziell die Wechsel-Beziehung zwischen Mütter und Töchter untersucht, vielleicht weil sie selbst Mutter zweier Töchter ist. Ich persönlich bin aber davon überzeugt, dass man gewisse Themen auch auf Buben überträgt. Es ist zwar erwiesen, dass sich Knaben mehr am Vater als Vorbild orientieren, aber gerade vorgeburtlich und in den ersten Lebensjahren ist die Bindung zur Mutter prägender. 

 

 

Mädchen hingegen identifizieren sich natürlich stärker mit der weiblichen Bezugsperson und der Mutter als Vorbild. Doch diese Mutter - Tochter - Bindung ist viel tiefgreifender als nur das Thema „Vorbild“, wie wir gleich sehen werden. 

 

Es geht nicht nur um das grundlegende Bedürfnis jedes Menschen geliebt zu werden, so angenommen und bedingungslos geliebt zu werden wie man ist, sondern auch um die Haltung, die Gefühle und Gedanken die eine Mutter zu sich selbst hegt und pflegt. 

 

Wenn also eine Mutter ihrem Kind - all ihren Kindern vermitteln kann, dass sie sich selbst so liebt, wie sie ist - und auch: „Ich liebe dich so wie du bist - ich liebe dich auch wenn du schreist, wenn du wütend bist, wenn du unartig bist - es geht mir auf die Nerven und es braucht Energie, aber ich liebe dich trotzdem“ - dann trägt sie unendlich viel Wertvolles dazu bei, dass ihr Kind / ihre Kinder ein gesundes Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein aufbauen können und gesünder durchs Leben gehen. 

 

 

Sobald Liebe an Bedingungen geknüpft wird wie z.B. „Ich liebe dich nur wenn du ruhig und artig bist, ich liebe dich nur wenn du genau das machst, was ich von dir verlange, etc.“ , dann führt dies zu einem mehr oder weniger gestörten Selbstbild, Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen. Es kann sogar soweit gehen, dass die Eigenheiten und der Charakter des Kindes gebrochen werden. Und dies führt wiederum im Erwachsenenalter dazu, dass man immer wieder zur Mutter zurückkehrt, um sich zu vergewissern, dass man OK ist und geliebt wird (weil das Selbstvertrauen, die Selbstliebe fehlt) 

Zitat aus dem Buch „Mutter Tochter Weisheit“ von Dr. Med. Christiane Northrup: 

 

<< Der oft unbewusste Einfluss einer Mutter auf die Gesundheit ihrer Kinder ist oft so tiefgreifend, dass mein medizinisches Können, verglichen mit dem unmittelbaren und andauernden Einfluss der Mutter, nur ein Tropfen auf den heissen Stein ist. Wenn die Beziehung einer Frau zu ihrer Mutter nährend und gesund war und die Mutter ihr positive Botschaften im Hinblick auf den weiblichen Körper und wie man sich um ihn kümmert übermittelt hatte, war meine Arbeit als Ärztin einfach. Körper, Geist und Seele waren bereits optimal auf Gesundheit und Heilung programmiert. War dagegen der Einfluss der Mutter problematisch oder gab es im familiären Umfeld Vernachlässigung, Missbrauch, Alkoholismus oder Geisteskrankheiten, wusste ich, dass ich trotz grösster Bemühungen meinerseits oft nur wenig würde bewirken können. Dauerhafte Gesundheit war nur dann möglich, wenn die Patientin die Auswirkungen ihrer Vergangenheit erkannte und einige Schritte unternahm, sie zu verändern. Obwohl gesundheitsfördernde Massnahmen wie gute Ernährung, Bewegung, Medikamente und Vorsorgeuntersuchungen alle ihre Berechtigung haben, können sie dennoch nicht den Bereich des Bewusstseins erreichen, der ihren Gesundheitszustand ursächlich bedingt. 

Vor der Geburt steuert das Bewusstsein die Entstehung des Körpers, später wird es durch unsere Erfahrungen geformt, vor allem durch jene der Kindheit. Keine andere Erfahrung ist so prägend wie die Beziehung eines kleinen Kindes zu seiner Mutter. Jedes Kind nimmt auf der Ebene der Zellen auf, wie die eigene Mutter ihr Frausein empfindet, was sie über ihren Körper denkt, wie sie sich um ihre Gesundheit kümmert und welche Einstellungen sie gegenüber dem Leben hat. Ihre Sicht- und Verhaltensweisen sind massgeblich daran beteiligt, wie gut wir als Erwachsene für uns selbst sorgen können. Und diese Informationen geben wir bewusst oder unbewusst an die nächste Generation weiter. 

 

(...)

 

Das Bedürfnis eines Kindes nach der Mutter ist biologischer Natur und besteht ein Leben lang fort. Denn der mütterliche Körper ist nicht nur der Quell unseres Lebens, sondern nach der Geburt ist es auch das Gesicht der Mutter, auf dem wir ablesen, wer wir sind. Indem wir ihr in die Augen blicken und sehen, wie sie auf uns reagiert, lernen wir wichtige erste Lektionen über unseren Selbstwert. 

Die Art der Aufmerksamkeit, die wir als Baby erhalten, bestimmt zum Teil darüber, wie wertvoll wir uns fühlen. Wenn die Mutter uns ihre Zuneigung zeigt, indem sie lächelt oder mit uns spricht, fühlen wir uns angenommen. Ist sie dagegen aus irgendeinem Grund nicht präsent oder versagt sie uns ihre Liebe, wenn wir nicht das tun, was sie von uns erwartet, fühlen wir uns verlassen und setzen alles daran, ihre Aufmerksamkeit und Zuneigung zurückzuerlangen. Als kleine Kinder empfinden wir die Anerkennung oder Missbilligung der Mutter wie den Kuss des Lebens oder des Todes. Und so ist es nicht verwunderlich, dass sie die Macht besitzt, unser Wohlbefinden auch heute noch in der Weise zu beeinflussen, dass wir selbst als gebildete erwachsene Menschen immer wieder zur Quelle der mütterlichen Aufmerksamkeit zurückkehren, um uns zu vergewissern, ob wir in Ordnung und liebenswert sind. >> 

 

 

Wenn also die Beziehung zwischen Mutter und Tochter von Natur aus die aufbauendste und innigste Verbindung ist, wie kommt es, dass so oft Enttäuschung und Groll auf beiden Seiten vorherrschen? 

 

3 Generationen von fijianischen Frauen in ihrem Zuhause
3 Generationen von fijianischen Frauen in ihrem Zuhause

<<Zwiespältige Mutterschaft - unser kulturelles Erbe: 

 

Männer wie Frauen werden in unserer Kultur darin bestärkt, Geburt und Erziehung eines Kindes als die grösste Leistung im Leben einer Frau zu betrachten. Und auf vielen Ebenen trifft dies auch zu. Für zahlreiche Frauen bringt die Mutterschaft jedoch weit mehr Konflikte und zwiespältige Gefühle mit sich, als sie zugeben würden, um nicht als „schlechte“ Mütter dazustehen. Uns zu dieser Zwiespältigkeit gegenüber der Mutterschaft und dem häufig damit verbundenen Kontroll- und Statusverlust zu bekennen bedeutet, sich über einen unserer fundamentalsten kulturellen Mythen hinwegzusetzen. 

 

Nachgeburtliche Depressionen, Überforderung und das Unglücklichsein mit der Mutterrolle und Hausfrau an sich, sind immer noch Tabuthemen. Und welche Frau wäre angesichts einer Entscheidung, die ihre Zukunft völlig verändert, nicht zweigespalten? Gemessen am biologischen Akt des Schwangerwerdens ist die Erziehung eines gesunden, selbstbewussten Kindes die härteste Aufgabe der Welt. Sie erfordert nicht nur ein Mass an Reife und Selbstlosigkeit, für das es keine angemessene Vorbereitung gibt, sondern bedeutet heutzutage auch den Verlust der Unabhängigkeit und Freiheiten, für die die Frauen so lange gekämpft haben. 

 

Im Gegensatz zum allgemeinen Mythos ist das Nähren und Erziehen eines Kindes keine angeborene weibliche „Standardeinstellung“, sondern erfordert Stärke, Ausdauer, Willen, Intelligenz, Organisation und Entschlossenheit - all jene Eigenschaften also, die meist als männliche Attribute angesehen werden. Da Frauen jedoch lange als minderwertig galten, wurde auch die Arbeit der Kindererziehung entsprechend abgewertet. Aber anstatt hinsichtlich der Mutterschaft ehrlich zu sein, sind wir einerseits übertrieben sentimental, während wir andererseits die damit verbundene Arbeit zu wenig schätzen und herunterspielen. 

Es war nie vorgesehen, dass eine Mutter ohne Unterstützung von aussen die alleinige Quelle für die Versorgung ihres Kindes sein sollte. Obwohl wir als Mütter unsere Kinder anfangs unmittelbar mit der Substanz des eigenen Körpers und später mit Herz, Geist und Seele nähren, muss die Energie, die wir darauf verwenden, immer wieder erneuert werden, indem wir uns selbst pflegen und weiterentwickeln. Niemand würde erwarten, dass ein Acker Jahr für Jahr Rekordernten einbringt, wenn der Boden nicht regelmässig gedüngt wird. Doch genau das fordern wir von den Müttern. Und die meisten Mütter glauben deshalb auch nicht, um Hilfe bitten zu dürfen. 

 

Wenn der Kraftstoff, der für das Muttersein und die Fürsorge anderer notwendig ist, nicht regelmässig nachgefüllt wird oder das Bedürfnis der Mutter nach Selbstverwirklichung - unabhängig von den Bedürfnissen des Kindes oder der Familie - verwehrt wird, manifestiert sich dieses Ungleichgewicht in Unzufriedenheit, Depressionen, Ängsten und Gewalt, die sowohl der Mutter, der Beziehung zum Partner als auch dem Kind schaden. 

 

Eine liebende, sorgende Mutter wird in der Regel zum Mittelpunkt ihrer Familie. Sie ist wie die Nabelschnur, die auf verschiedenen Ebenen Nahrung bietet - körperlich, emotional, psychisch und spirituell. Diese nährende Rolle kann für die Mutter ausserordentlich erfüllend sein. Sie kann aber auch zum Martyrium werden, wenn eine Mutter ihren Kindern und ihrem Ehemann die Liebe und Zuwendung gibt, von der sie glaubt, sie selbst nicht zu verdienen. 

 

Die Energie, anderen bedingungslos zu geben und sie zu nähren, stärkt alle Organe des vierten Chakras oder Energiezentrums: die Brust, das Herz, die Lunge, die obere Wirbelsäule und die Schultern. Aber die Liebe, die das mütterliche Nähren so lebensbejahend macht, muss regelmässig aufgetankt werden, weil sonst an genau diesen Organen gesundheitliche Probleme auftreten können. Wenn eine Frau ihre eigenen Bedürfnisse auf Sparflamme hält - oder sie völlig vergisst - wird die Energie ihres vierten Chakras unweigerlich durch Ärger, Wut, Trauer, Sehnsucht und Erschöpfung geschwächt. Und dieses Energiemuster fördert Schulter-, Brust-, Herz- und Lungenprobleme - genau jene Erkrankungen also, die die Mehrzahl der Frauen im Laufe ihres Lebens erfahren und woran viele sterben. 

 

 

Fürsorge und Hingabe lassen sich natürlich nicht durch Gesetze regeln, aber ab dem Moment, ab dem eine Frau beschliesst, dass auch sie Liebe und Zuwendung verdient, beginnen sich die Dinge zu ändern. 

Muttermodelle, Schuld und Zweifel

 

Die Schuldgefühle und Zweifel, eine gute Mutter zu sein, wurden grösser, als sich für die Frauen immer mehr Möglichkeiten der Selbstverwirklichung ergaben. 

 

(Kommentar Eve-on: Auch diejenigen Frauen, die sich bewusst für ein kinderloses Leben entschieden, waren und sind mit diesen Gefühlen konfrontiert, ist es in unserer Gesellschaft doch immer noch sehr verankert, dass jede Frau Mutter werden sollte - dies in einem günstigen Alter und von mind. zwei Kindern) 

 

Hinzu kam, dass inzwischen von den Müttern heutzutage erwartet wird, mit der Doppelbelastung von Haushalt und Job spielend leicht fertig zu werden, was sich in den Medien häufig in dem ebenso beliebten wie wirklichkeitsfremden Bild von der perfekten „Promimutter“ widerspiegelt.>> 

 

Es gibt keine richtige Methode des Mutterseins. Es gibt ein breites Spektrum von „Muttertypen“ deren eines Ende die traditionelle „Glucken -Mutter“ widerspiegelt, am anderen Ende finden wir die Mutter, die in der Mutterschaft nicht ihre Erfüllung findet und eher abwesend ist. Irgendwo in der Mitte findet sich die „Kombinationsmutter“, wie sie von Northrup genannt wird.

 

 

Durch den gesellschaftlichen Wandel werden heute viele Frauen, die ihrem Naturell entsprechend am liebsten „nur“ Mutter wären, in die Rolle der Kombinationsmutter gedrängt, was enorme Herausforderungen mit sich bringt. Das oft unbarmherzige Diktat der Arbeitswelt stellt für junge Familien eine schwere Belastung dar, vor allem, wenn beide Eltern berufstätig sind, und bisher gibt es noch keine gute Lösung für dieses Problem. Viele Familien sind mit dieser Belastung mehr oder weniger alleine gelassen. 

 

Frau Northrup vergleicht alle Facetten des Lebens mit dem Prozess von Empfängnis, Schwangerschaft, Wehen, Geburt und die Phase nach der Geburt. Berufliche Projekte durchleben diese Phasen, Beziehungen, und wir in unserem Entwicklungsprozess immer und immer wieder - energetisch symbolisch. 

 

Schauen wir uns ihre Anschauung am Beispiel der Beziehungen genauer an: 

 

<<Gesundheit hängt auch von unserer Fähigkeit ab, Beziehungen einzugehen und aufrechtzuerhalten. Dafür liefert die Mutter-Kind-Beziehung das entscheidende Grundmuster. 

Das ursprüngliche Organ der Beziehung ist die Plazenta, die das Kind im Mutterleib am Leben erhält und gemeinsam von Mutter und Kind geschaffen wird. Medizinisch gesehen ist es eigentlich unverständlich, warum der mütterliche Körper den Fötus nicht als Fremdkörper abstösst. (Was oft genug passiert in Form von Abgängen oder Fehlgeburten) Aber für diese Toleranz wird die Mutter (meistens) belohnt (Glücksgefühle, Gefühl von Stärke und Befriedigung,...) 

Toleranz hat aber auch ihre Grenzen. Sobald die Entwicklung des Kindes abgeschlossen ist, beginnen die Blutgefässe der Plazenta ihre Arbeit einzustellen und signalisieren so, dass es nun an der Zeit für das Kind ist, in ein unabhängiges Leben geboren zu werden. Dann durchleben Mutter und Kind die Schmerzen der Geburt, durch die beide auf ihre neuen Aufgaben vorbereitet werden. 

Gleiches gilt für alle anderen Beziehungen, denn auch sie müssen sich immer wieder verändern und wachsen, wenn sie ihr volles Potenzial entfalten wollen, und das ist durchaus nicht immer angenehm. 

 

Die Plazenta ist darüber hinaus ein gutes Bild für die gesunden Grenzen von Beziehungen, da der Blutkreislauf des Fötus getrennt von dem der Mutter ist. Allerdings tragen die Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen der Mutter zur Blutversorgung des Kindes bei: Ist die Mutter unzufrieden, erschöpft oder lehnt sie die Schwangerschaft ab, schüttet der Körper eine Fülle von Stresshormonen aus, die die Blutgefässe verengen und so die Blutversorgung des Kindes einschränken. Ist sie hingegen entspannt und fühlt sich umsorgt, ist auch die Blutzufuhr zum Kind optimal. 

 

 

Zudem müssen wir alle, wenn wir der mütterlichen Pflege entwachsen, uns eine äussere Plazenta schaffen, die uns in verschiedenen Lebensphasen mit Nahrung versorgt. >> 

 

Die weibliche Schöpfung

 

<<Jede Frau trägt die Fähigkeit in sich, unterschiedlichste Schöpfungen hervorzubringen, unabhängig davon, ob sie sich dafür entscheidet, sie zu nutzen oder nicht. Für manche Frauen ist es der grösste Wunsch und das wichtigste Ziel im Leben, Kinder zu haben. Für andere bedeutet ein Kind dagegen ein Umweg oder sogar ein Hindernis bei dem, was sie als ihre Berufung ansehen, und wieder andere wissen, dass zur Erfüllung ihres Lebenssinns zwar Kinder gehören, sie aber auch noch andere kreative Kräfte in sich spüren. Wenn sie diese Kreativität nicht leben, kann es zu körperlichen und/oder emotionalen Problemen kommen, wie Unfruchtbarkeit, ein erhöhtes Krankheitsrisiko aufgrund von Schuldgefühlen, Wut oder Depressionen, Einmischung in das Leben der Kinder, Neid, vor allem auf die Tochter, oder die Übertragung der unerfüllten Ambitionen auf die Kinder - wie auch der Psychiater C.G. Jung sagte, dass die stärkste unbewusste Kraft im Menschen die unerfüllten Träume der Eltern seien. >>

 

 

Und auch da ist es wichtig, die Beziehung zur eigenen Mutter - egal ob sie noch lebt oder schon gestorben ist, zu klären und zu heilen. Denn nur wenn wir realisieren, dass wir die Liebe und die Bestätigung, die wir im Aussen suchen und auf andere Menschen projizieren, in uns tragen, können wir uns befreien von der krankmachenden und belastenden Suche im Aussen. Das Buch von Dr. med. Christiane Northrup bietet auf über 500 Seiten nicht nur interessantes Background - Wissen sondern auch Anleitungen und Tipps wie wir im Einklang mit uns selbst, unseren weiblichen Vorfahren und unseren Kindern leben können. Ich kann es nur empfehlen!

 

Auch wer das Gefühl hat, keine Therapie zu benötigen, kann viele gute Tipps und Anregungen daraus ziehen. Denn wir alle haben eine Mutter und sind mehr oder weniger von ihren Gefühle, Gedanken und Verhaltensweisen beeinflusst worden....

 

Dr. med. Christiane Northrup

"Mutter Tochter Weisheit, Wege zu körperlicher und seelischer Gesundheit"

Zabert Sandmann Verlag

 

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