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Unser Klima in aller Munde - oder vielleicht doch lieber nicht?

Klimaschutz, Klimawandel, Umwelt, Biodiversität, Artenschutz, Naturschutz,...- Schlagwörter, die die letzten Monate überall zu lesen und zu hören sind.

 

Doch ich werde das Gefühl nicht los, dass es bei Schlagwörtern bleibt... Marketing-Gags und leere Worte auf Kosten unserer Erde - unserem zu Hause.
 
Da kann doch Donald Trump allen Ernstes für zwei Tage ans WEF in die Schweiz jetten, mehr als 1,5 Mio US Dollar für diesen Trip ausgeben und ignorant und arrogant wie er ist, auch noch eine nichtssagende Rede halten, die komplett am Hauptthema des WEF vorbeischiesst. Mit dem Geld, das man für seinen Besuch hier in der Schweiz investiert hat, könnte man unglaublich viele nützliche Projekte in Angriff nehmen. Nicht nur im Bereich des Klima-und Naturschutzes, sondern auch in der Bildung oder für Förderungsprogramme - da gäbe es zig Möglichkeiten. Aber darüber muss man mit amerikanischen Politikern nicht diskutieren, das wäre Zeitverschwendung. 
 
Aber nicht nur Trump - was bitteschön hat ein Treffen in Davos von Politikern, die allesamt im Privatjet und Limousinen oder Helikopter anreisen, mit Klimaschutz zu tun??!! Ist es nicht komplett irre und dekadent, dieses Thema zu diskutieren und gleichzeitig einen völlig unnötigen CO2 Ausstoss zu verursachen. Vielleicht sollten sich die Verantwortlichen des WEF‘s für die Zukunft die Möglichkeit von Video-Konferenzen zu Nutze machen. Natürlich könnten dadurch die wichtigen Geschäfte und Abkommen, welche Abseits vom Trubel auf Toilette und in Nebenräumen vereinbart werden, nicht mehr ganz so privat und heimlich per Handschlag besiegelt werden, aber das käme womöglich dem Klima und der Welt sowieso zu Gute....

 

 

Auch an Greta Thunberg, die sich so stark macht für unsere Erde und unser Klima, habe ich ein paar Fragen. Vorweg gesagt -ich finde es toll, dass sie ihre Depressionen damit überwunden hat, indem sie sich fürs Klima einsetzt. Und ich finde es auch toll, dass sie gewisse Dinge in ihrem Leben zu Gunsten des Klimas verändert hat. Doch ist es wirklich positiv fürs Klima überhaupt zu reisen? Auch wenn man nicht mit dem Flugzeug reist -auch Zug und Auto, Schiff und Tram verursachen co2 Emmissionen... ist dies nun kongruent mit ihrer Nachricht?
 
Vegan essen ist sicherlich ein guter Ansatz und Anfang - doch liebe Greta - achtet ihr beim Kauf eurer veganen Produkte auch darauf, dass sie lokal angebaut worden sind und keine Chemikalien verspritzt wurden? Verzichtet ihr komplett auf Dinge, die von irgend einem anderen Land per Lastwagen, Schiff oder Flugzeug importiert wurden? Achtet ihr beim Kauf eurer Nahrungsmittel darauf, dass die Produzenten und Hersteller fair und klimaschützend produzieren? Verzichtet ihr auch auf Lederschuhe, Seide oder Fell. Ist es denn klimaneutraler Kunstleder und Kunstfasern zu tragen? Wer hat die Kleidungsstücke produziert, die ihr kauft und tragt?
 
Ich spanne den Bogen noch etwas weiter - denn vegan alleine heisst für mich nicht, dass man das Klima schützt - denn auch tierische Produkte, die lokal von einem Bio-Produzenten, der auf artgerechte Tierhaltung achtet und den Schlachter auf den Hof bestellt - können meiner Meinung nach unser Klima schützen. Viel mehr sogar, als wenn man als Veganer wöchentlich eine Avocado verzehrt, die in Südamerika angebaut wird, und den Einheimischen die Trinkwasserreserven auffrisst, weil sie so viel Wasser beim Anbau benötigt.
 
Und ferner ist es für einen Teenager wichtig, ALLE Vitalstoffe zu sich zu nehmen. Bei der veganen Ernährungsweise sehe ich hier einige Schwierigkeiten - und was passiert, wenn Greta krank wird, weil sie einen Nährstoffmangel aufweist? Woher kommen dann die Medikamente, die sie wieder gesund machen sollen? Wie werden diese produziert und aus was für Stoffen? Ja das ist jetzt vielleicht provokativ - aber Greta provoziert mit ihrer Klimadebatte - kann sie denn wirklich von sich behaupten, dass sie mehr zum Schutz unseres Klimas beiträgt, als andere? Oder ist dies nur ein Marketing - Gag der anderen Art? Kommen schon bald "Greta-Puppen" in den Handel als Fanprodukte, die in China von Kindern genäht werden? (sorry das war jetzt etwas überspitzt)
 
 
Andere Frage an Greta: Warum reist ihr in all diese Länder um Reden zu halten? 
 
Konsequenterweise müsste Greta ihre Reden per Internet von zu Hause aus verbreiten. Doch auch dies wäre nur Klimaneutral, wenn sie den Strom, den sie für ihren Computer braucht aus Solarstrom oder einer Windkraftanlage beziehen würde. Und auch da gibt es unterdessen verschiedene Studien, die zeigen, dass auch das nicht 100% klimaneutral ist.
 
Mir fallen da noch ganz viele solche Fragen ein, und ich möchte damit nur anstossen und feststellen, dass es sehr schwer ist 100% klimaschützend zu leben. Ich persönlich habe versucht, auf Plastik zu verzichten - doch nur schon dies ist unglaublich herausfordernd. Angefangen bei der Gurke, die in Plastik eingepackt ist über die Spielsachen, die alle noch extra in Plastiksäckli im Karton daher kommen bis hin zu Shampoo und Duschgel - ist es unglaublich kompliziert und schwierig. Ist es da sinnvoll, extra weit mit dem Auto zu fahren, um Gurken ohne Plastik im Bio- Laden zu kaufen? Was ist schlimmer, weiter Auto zu fahren oder im nächsten Supermarkt eine Gurke mit Plastikhülle zu kaufen? 
 
Man kann zwar in seinem Alltag schon viel tun um Abfall zu reduzieren und zu sortieren, doch ist man immernoch sehr vom Detailhandel und der Politik abhängig.
 
Und wie steht es um Ihren Garten? Wachsen da vor allem einheimische Pflanzen, die unsere einheimischen Tiere fördern und ihnen einen idealen Lebensraum bieten? Oder stehen Sie mehr auf Steingärtchen und exotische Pflanzen - beides ein Todesurteil für unsere einheimische Biodivärsität! Düngen und spritzen Sie Ihr Gemüse und Ihr Obst im Schrebergarten mit Gift? Benutzen Sie Unkrautvertilger? 
 
Wir müssen gar nicht so weit ins Ausland schauen, um zu bemerken, dass viele Firmen und Politikerinnen und Politiker das Schlagwort Klimaschutz zwar benützen, doch ihr Handeln andere Zeichen setzt. 
 
Eine grosse Problematik bei den Themen Gesundheit, Klima- und Naturschutz ist das Geld... solange Konzerne, und Menschen an Produkten ihr Geld verdienen (oftmals sehr viel Geld), die erwiesenermassen gesundheits- und/oder naturschädigend sind, wird es schwierig... 
 
Im Moment stehen die Fragen „wie weit bin ich persönlich bereit, zu verzichten?“ und „welche Möglichkeiten stehen überhaupt zur Verfügung“ im Raum. Und solange man nur die Wahl zwischen Komfort - alles so belassen wie bisher, sprich gar nichts tun - und einer extremen Einschränkung, sprich auf extrem viel verzichten zu müssen - hat, werden wohl die meisten von uns den Komfort wählen.
 
 
Es braucht klarere Regeln, Restriktionen und Veränderungen auf politischer und ökonomischer Ebene, die dem einzelnen Bürger diese Wahl abnehmen, sprich keine Wahl mehr lassen...