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Meditationstechniken aus aller Welt

Liebe dich selbst und beobachte – heute, morgen, immer.

Bei Meditation denkt man automatisch an „Stillsitzen“ und „Gedankenkontrolle“. 
Doch was ist Meditation überhaupt?

Das Wort Meditation stammt vom Lateinischen Wort meditatio zu meditari „nachdenken, nachsinnen, überlegen“ und vom Altgriechischen Wort μέδομαι medomai  „denken, sinnen“.

Meditation ist eine in vielen Religionen und Kulturen verankerte und praktizierte Praxis. Und so kommt es, dass es genauso viele Techniken gibt. Ursprünglich eher als spirituelle Praxis, wird sie heutzutage auch als Achtsamkeitsübung, zur Steigerung des Wohlbefindens, zum Stressabbau oder um andere Bewusstseinszustände zu erreichen, praktiziert.

 

 

Hier möchte ich verschiedene Techniken kurz beschreiben und meine eigenen Erfahrungen mit den von mir praktizierten oder ausprobierten Techniken erläutern.

 

passive Meditationstechniken

Bei den passiven Formen nimmt man meist eine entspannte Haltung ein - so wie es für jeden einzelnen bequem ist - auf einem Sitzkissen im Lotussitz oder Schneidersitz, auf einem Stuhl aufrecht sitzend, auf dem Rücken liegend oder auf einem Sitzkissen kniend, - wichtig ist, dass man die Haltung für die ganze Dauer der Meditation aufrecht erhalten kann ohne Schmerzen zu empfinden oder sich bewegen zu müssen. Denn sonst wird es unangenehm und man verliert die Konzentration. Meist schliesst man dabei die Augen, es gibt aber auch Praktizierende, die ihre Augen halb geöffnet halten. Auch ist es sinnvoll an einem Ort zu meditieren, an dem die Ablenkung klein ist. Im Zen sitzt man deshalb vor schwarze Tücher o.ä. 

 

Zen-Meditation, Sitzmediation (Zazen) , Stillemeditation, Achtsamkeitsmeditation

Bei diesen Techniken versucht man, den Geist zu entleeren, Gedankenlos zu werden. Wenn Gedanken auftauchen lässt man sie vorüberziehen wie Wolken, man beobachtet sie, aber man hält keinen Gedanken fest. Stattdessen lenkt man seine Aufmerksamkeit immer wieder auf die Leere und das Nichts. Es gibt verschiedene Techniken und verschiedene Glaubensrichtungen, die ähnliche Meditationen praktizieren. Das Ziel aller dieser ähnlichen Meditationen ist, den Geist von kreisenden und immer wiederkehrenden Gedanken zu befreien - zu leeren - um Platz zu schaffen für spirituelle Erfahrungen. Die Vase muss leer sein, damit sie gefüllt werden kann...

Am Anfang fand ich keinen Zugang zu dieser Meditationspraxis. Ich fand es extrem schwierig und dachte, ich müsse meine Gedanken unterdrücken. Erst, als mir in einem Zen-Buddhismus-Retreat ein Praktizierender erklärte, dass man die Gedanken wie Wolken vorbeiziehen lassen soll, fiel es mir leichter. Auch die Meditation in der Gruppe erleichterte mir den Zugang zu dieser Art. Mit anderen zu meditieren war eine extrem kraftvolle und schöne Erfahrung. Auch die Rezitation von Texten im Zen- Zentrum empfand ich als sehr wohltuend und schön. Seither praktiziere ich einen Mix aus Zen-Meditation in der Stille oder mit Meditationsmusik (wenn zu viel Lärm von Aussen zu hören ist). 

Traditionellerweise sitzt man im Lotussitz - das kann aber gerade bei langen Sessions am Anfang sehr anstrengend sein. Mir sind oft die Beine eingeschlafen und als ich wieder aufstehen wollte, versagten mir die Beine und „die Ameisen“ waren fast unerträglich. Ich lernte dann, dass es sinnvoll ist, erst die Beine nach der Meditation zu strecken, auszuschütteln und geduldig zu warten...

 

Zen-Buddhismus pflegt verschiedene spirituelle Praktiken, welche ich persönlich als sehr inspirierend empfinde. Nicht alles ist einfach in den Alltag zu integrieren - darin liegt sowieso die Kunst, sich im Alltag den Freiraum zu schaffen.  Doch gibt es einige Zen-Praktiken, die sich sehr einfach im Alltag üben lassen, wie zum Beispiel eine halbe Stunde Sitzmeditation (Zazen) am Tag oder alles, was man macht, mit mehr Achtsamkeit zu tun. (sich nur auf eine Tätigkeit zu konzentrieren, und nicht alles gleichzeitig erledigen zu wollen, etc.)

 

Andere Formen

Des Weiteren gibt es die Vipassana Meditation aus dem Hinduismus und andere stille Methoden aus dem Buddhismus. Diese haben Ähnlichkeiten mit der Zen-Meditation, ich habe sie allerdings nie ausprobiert und deshalb keine Erfahrungen. Bei allen diesen stillen Meditationen sind Disziplin, Haltung und die Atmung zentral.

Bei der Achtsamkeitsmeditation geht es darum, in eine beobachtende Haltung zu gehen und die eigenen Gedanken und Gefühle wahrzunehmen und zu beobachten, was im eigenen Körper passiert, ohne zu be- oder verurteilen.


Des weiteren gibt es Meditationstechniken, bei denen man sich auf ein Bild oder eine Vorstellung konzentriert und darüber meditiert. Osho ist in den letzten Jahren auch sehr populär geworden. 

 

Geführte Meditationen - Seelenreisen, Traumreisen, Schamanische Reisen

In Gruppen oder per Video-/ Musikaufnahme gibt es auch ganz viele geführte Meditationen. Hier führt ein/e Meditationsleiter/in durch die Meditation. Das kann eine schamanische Reise zum Krafttier oder Kraftplatz sein, eine schamanische Reise in die untere, mittlere oder obere Welt, eine Phantasiereise zu Engel, Elfen, Trollen, usw. Für die Leitung gibt es bestimmte Regeln zu befolgen, weshalb eine geführte Meditation normalerweise in einen Einstieg, einen Mittelteil (Eigentliche Meditation) und einen Schlussteil gegliedert ist. 

Im Schamanischen kann es sein, dass die Meditation mit Trommel oder anderen Instrumenten begleitet wird. Auf Tonträgern wird häufig eine meditative Musik im Hintergrund abgespielt.

 

Klangmeditationen

Eine Klangmeditation ist eine geführte Meditation, bei der verschiedene archaische Instrumente live oder vom Tonträger gespielt werden. Die Klänge helfen, die geführte Reise durchzuführen und zu entspannen. 

Falls jemand Interesse hat, einmal oder regelmässig bei einer Klangmeditation teilzunehmen, oder falls jemand von einem Raum weiss, der für Gruppenmeditationen geeignet ist, lasst es mich wissen! Gerne würde ich wieder Gruppenmeditationen anbieten.

aktive Meditationsformen

Man kann auch in Bewegung einen intensiven Zustand der Innenschau erreichen. Für Menschen, die sich in ihrem Beruf zu wenig bewegen können, ist diese Form des Gewahrwerdens besonders wertvoll. Körperliche Energien können zu fließen beginnen, der Geist öffnet sich und lässt unnötige Gedanken einfach hinter sich. Bei manchen aktiven Methoden ist ein rascher Ausdruck aufgestauter Gefühle möglich, so dass selbst stärkere Blockaden sich lösen.

 

Gehmeditation

In verschiedenen Kulturen ist die Gehmeditation eine alte Tradition. Wallfahrer die pilgern, oder im Zen das Kinhin werden schon seit Langem praktiziert.

In der Gehmeditation werden die Füsse ganz bewusst gesetzt und zwischen jedem Schritt eine Pause eingelegt. Sie wird in einem bestimmten Rhythmus durchgeführt. Dies hilft, die Gehirnhälften zu synchronisieren. Gerade nach einem anstrengenden Tag, an dem man nicht viel Bewegung bekam oder wenn man von Natur aus eher zappelig ist, eignet sich die Gehmeditation hervorragend. 


Die Bewegung des Körpers löst Bewegungen des Geistes aus. Gleichzeitig verbrauchen die Muskeln Energie, die sich während des Arbeitstags aufgestaut hat.


Ich habe das Kinhin als etwas sehr Entspannendes erlebt. Besonders in der Gruppe. Am Anfang konzentriert man sich noch zu stark auf die Schritte und den Rhythmus, aber wenn man den Dreh raus hat, ist Gehmeditation etwas sehr Erfrischendes!

 

Die Gehmeditation lässt sich auch gut auf einer "Wanderschaft" zu einem Kraftort durchführen. In Solothurn gibt es zum Beispiel den Meditationsweg zur Einsiedelei in der Verenaschlucht. Mir persönlich hat es da allerdings zu viele Besucher. Ich bevorzuge die Einsamkeit, Ruhe und Stille bei der Meditation. Aber auch zu anderen Kraftorten lässt meditativ gehen...

Des weiteren gibt es:

 

das Mantra - Singen / Mantrameditation
Diese kann ruhig oder aktiv durchgeführt werden. Man kann ein Mantra oder ein Gebet stumm, leise oder singend repetieren. Beim Mantrasingen werden Mantras singend immer und immer wieder wiederholt und dazu rhythmische Bewegungen ausgeführt. Diese Tradition kennt man vor allem in östlichen Traditionen. Manche Menschen kommen dabei regelrecht in einen Trance ähnlichen Zustand. 

 

Bekannt sind auch Yoga, Tai Chi oder Chi Gong, was ich alles schon praktiziert habe. Ich persönlich habe einen besseren Zugang zu chinesischen und japanischen Kampfkünsten, als zu Yogaübungen. Aber das ist individuell. Heute praktiziere ich regelmässig Chi Gong Übungen.

Des weiteren gibt es die dynamische Meditation, die Kundalini Meditation, Tantra, Derwischtanz, ... und wahrscheinlich noch viele andere, die ich nicht kenne.



Für mich persönlich gehört das "In-den-Flow-kommen" auch zu der Kategorie Meditation. Denn wenn man in einer Tätigkeit aufgeht, in den Flow kommt und es einfach "nur noch macht", ohne dass man nachdenken muss und ohne dass man sich anstrengen muss, ist das für mich auch eine sehr meditative Erfahrung. Dies passiert mir beim Nähen, Stricken und Zeichnen/Malen.

 

Ich hoffe ich konnte diejenigen unter Euch, die noch nie eine Meditationstechnik ausprobiert haben, mit dieser Zusammenstellung "gluschten" selbst das eine oder andere auszuprobieren. :-) viel Spass!

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Yvonne Hiltebrand

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