Tagebucheintrag: Blog über Hochbegabung gefunden

 

Bin auf einen spannenden Blogartikel von Roland Kopp-Wichmann gestossen, der mir sehr geholfen hat, mich selbst zu verstehen.

 

https://www.persoenlichkeits-blog.de/article/113788/hochbegabte-frauen

 

Und ich erlaube mir hier einige Teile zu zitieren:

 

 

Hochbegabung kann sich auf zwei Arten zeigen.

Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen hochbegabten Jungen und Mädchen.

Ist die Hochbegabung sichtbar, wird sie meist auch positiv wahrgenommen. Wer früh andere im Schach besiegt, wer beim Hundert-Meter-Lauf immer als Erster im Ziel ist, bekommt die äußere Anerkennung früh, weil sie unzweifelhaft ist.

 

Ist sie unsichtbarer, zeigt sie sich durch Verhaltensweisen, die bei anderen meist nicht gut ankommen. Das hochbegabte Mädchen stellt im Unterricht kritische Fragen. Oder lernt schon als Kleinkind lesen oder eine Fremdsprache. Die Eltern oder Lehrpersonen fühlen sich dann vielleicht in ihren Werten und Routinen in Frage gestellt, und das Kind lernt, seine Begabung zu dosieren oder zu verstecken.

 

So erleben speziell hochbegabte Frauen früh, dass sie durch ihre Begabung nicht anerkannt, sondern ausgegrenzt werden. Mitschülerinnen quittieren ihre besseren Noten mit der Bemerkung „Die will wohl was Besseres sein!“ und verweigern ihnen die Zugehörigkeit zur Gruppe.

Um der drohenden Isolation zu entgehen, lernen hochbegabte Frauen, ihr besonderes Talent, ihre umfassende Neugier und rasche Auffassungsgabe zu verstecken. Sie suchen die zweite oder dritte Reihe und glauben mit der Zeit, dass dies auch ihr angestammter Platz im Leben sei. Das Tiefstapeln wird zur funktionierenden Strategie im Leben. Die Anlässe, die sie einst dazu verleiteten, werden verdrängt.

 

Charakteristisch scheint zu sein, dass die wenigsten Betroffenen darauf kommen, dass sie zur Gruppe der Hochbegabten gehören. Die Strategie, sich zu verstellen, ist in Fleisch und Blut übergegangen. Meist braucht es einen Hinweis von außen von jemand, dem die Hochbegabte ein kompetentes Urteil zutraut, damit sich etwas ändert.

Viele hochbegabte Frauen spüren, dass sie „besonders“ sind, legen das aber negativ aus. Schon gar nicht wollen sie offen darüber sprechen, denn das Wort „hochbegabt“ bekommt schnell das Etikett der Arroganz à la „Ich bin besser als du!“ angeheftet.

 

 

Warum hochbegabte Frauen seltener auffallen.

Hochbegabte Jungen greifen oft zur Strategie des Schulverweigerers, Unruhestifters oder des „Klassenclowns„.  Auf ihr  auffälliges Verhalten reagieren dann Lehrer und Eltern und suchen nach den Gründen.

 

Hochbegabte Mädchen reagieren auf Unterforderung und Unzufriedenheit ganz anders. Sie ziehen sich innerlich zurück, resignieren, entwickeln eine psychische Störung oder diffuse Symptome. Sie machen alles mit sich selbst ab und bleiben so mit ihrer Situation viel länger unauffällig.

Jungen wollen in ihrer Peergroup eher auffallen. Mädchen dagegen haben die Angst, aus einer Gruppe ausgeschlossen zu werden, wenn Sie „besser“ sind. Dafür lernen sie früh, ihre Fähigkeiten und Talente herunterzuspielen oder zu verbergen, um sich dem Durchschnittsniveau der Gruppe anzupassen.

 

Das zeigt, dass Lehrer und Eltern es schwerer fallen kann, hochbegabte Mädchen als solche zu erkennen. Außerdem halten viele Eltern eine Hochbegabung bei ihren Söhnen immer noch für wahrscheinlicher als bei ihren Töchtern. Eltern erscheinen meist zuerst mit ihren Söhnen bei einer Hochbegabungsdiagnostik.

 

 

Woran man hochbegabte Frauen erkennen kann.

Hier einige der wichtigsten Anzeichen. Nicht alle müssen bei der einzelnen Frau auftreten:

 

Beruflich fühlen sie sich schnell unterfordert. Mit Entscheidungen oder Anordnungen von oben tun sie sich schwer, vor allem wenn sie diese als überflüssig oder unsinnig empfinden.

 

Ihr Wissensdurst scheint unstillbar, auch weil sie schnell unter Monotonie oder Routine bei normalen  Arbeitsaufgaben leiden. Sie haben ein breites Interesse an allen möglichen Gebieten, die nicht unbedingt zusammengehören.

Deswegen finden sie auch oft schwer in einen passenden Beruf. Sie können sich schlecht für ein Gebiet entscheiden oder zweifeln an ihrer Befähigung dafür.

 

Sie fordern unbedingte Ehrlichkeit, sind sehr direkt und immer auf der Suche nach der „Wahrheit“. Dabei können Sie durchaus andere verletzen oder kränken. Gleichzeitig haben Sie einen hohen Anspruch in allen beruflichen und privaten Beziehungen und wünschen sich viel Gleichklang bei Werten, Moralvorstellungen, Weltanschauungen und Interessen.

 

Sie sind oft unbequem im Kontakt, weil sie Lügen und Manipulationsversuche sofort durchschauen. Ihr Gerechtigkeitsempfinden lässt sie sensibel auf Machtmissbrauch reagieren.

 

In starkem Kontrast zu ihren herausragenden Fähigkeiten stehen ihre starken Selbstzweifel. Sie werten ihr Wissen, ihre Intuition stark ab. Unzweifelhafte Erfolge erklären sie nicht mit ihren Fähigkeiten, sondern als Ergebnis von Zufall oder Glück.

 

In Partnerschaften „verkaufen“ sie sich oft unter Wert. Sind mit jemand zusammen, den sie finanziell unterstützen können, weil sie sich nicht vorstellen können, dass sie etwas vom Anderen geschenkt bekommen könnten.

 

Smalltalk ist ihnen ein Graus. Bei Menschen, die ausschweifend erzählen, werden sie schnell ungeduldig und unterbrechen denjenigen, um voranzukommen.

 

In großen Gruppen oder gar im Mittelpunkt stehen, ist ihnen äußerst unangenehm. Hier fühlen sie sich schnell unwohl oder deplatziert und ziehen sich ohne Vorankündigung zurück.

 

Sie haben oft „Arbeitstörungen“, wenn es darum geht, das eigene Können zu zeigen. Dann entwickeln sie im Schlussexamen eine starke Prüfungsangst trotz vorangegangener Top-Leistungen.

 

Hochbegabte Frauen haben panische Angst zu zeigen, was sie wirklich können.