Tagebucheintrag: Gedanken zum Schulsystem

Es scheint mir fast so, als würden zwei generelle Probleme in Schulen vorherrschen. Das eine - das grösste Problem meines Erachtens - ist die Überforderung der Lehrpersonen und der Schulleitung. Der akute Lehrermangel führt nicht wie gewünscht zu einer Entspannung, sondern verschärft die Lage zusätzlich. 

 

Das zweite Problem ist, dass Lehrpersonen in ihren Dogmen und den Theorien feststecken, die Kinder in irgendwelche einmal gelernten Schubladen stecken, ohne sich zu fragen, was tatsächlich im Kind vorgeht. Ohne genau hinzuschauen und genau hinzuhören. Viele Lehrpersonen stecken nach wie vor in dem Glauben fest, sie wären etwas Besseres - da Erwachsen - sie wüssten mehr und die Kinder müssten deshalb froh sein, von ihnen lernen zu können. Um sich dieses Wissen anzueignen müssen die Kinder sich bloss fügen und sich unter den Strahl der Spritzkanne „Lehrperson“ stellen und schon würde das Wissen auf sie übergehen. Kinder, die etwas langsamer sind im Lernen müssten dann halt den Inhalt nochmals repetieren. Kinder, die schneller lernen, als es das Tempo der Lehrperson vorgesehen hat, die müssen dann halt warten, bis alle den Stoff aufgenommen haben. Viele Lehrpersonen ziehen einfach ihr Programm durch, ganz egal, was die Kinder tatsächlich für Bedürfnisse haben. Denn die Bedürfnisse der Kinder haben im Klassenzimmer keinen Platz. Sie müssen bereits im Kindergarten lernen, ihre eigenen Bedürfnisse zurückzustellen und zu unterdrücken. Und dann wundert man sich, wenn ein Kind das noch nicht kann und bestraft es deswegen. 

 

Wieviele Kinder würden sich wünschen, eine Einladung von Hogwards zu bekommen um ihrer Schule, ihrer Klasse und/oder ihren Eltern zu entkommen? 

 

EVE-ON

Yvonne Hiltebrand

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