Auf den Spuren der Kommunikation zwischen Männern und Frauen und warum es häufig nicht funktioniert...

Die Art wie dich jemand behandelt, sagt aus, was für ein Mensch er ist und nicht, was für ein Mensch du bist…. Unbekannt

Foto by eve-on
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Erst in den 1960iger-Jahren haben Wissenschaftler herausgefunden, dass Frauen und Männer nicht gleich kommunizieren. Deborah Tannen, Professorin für Linguistik an der Universität Georgetown, bringt es treffend auf den Punkt: „Frauen leben in einer Beziehungswelt, Männer in einer Statuswelt. Das bedeutet, dass Frauen den Schwerpunkt auf Verbindung setzten - auch in der Kommunikation- und Männern ist dagegen die Rangordnung wichtig.“ 

 

In ihrem Buch „die Kraft der Wertschätzung“ schreibt Eva Wlodarek:

<< sind die Geschlechter unter sich, können sie problemlos ihren typischen Sprachstil pflegen. (…) Doch wo Männer und Frauen miteinander Kontakt pflegen, kommen sie um Zweisprachigkeit nicht herum. Das gilt vor allem für Frauen. Wenn eine Frau in einem von Männern dominierten Milieu Anerkennung haben möchte, muss sie sich mit dem männlichen Sprachstil vertraut machen. (…) Frauen werten häufig die eigene Arbeit und die eigene Person ab. Männer neigen dazu, die eigene Person und Leistung aufzuwerten. Das hat zur Folge, dass die Leistungen der Frauen von Vorgesetzten nicht wahrgenommen werden und ihr Potenzial nicht voll ausgeschöpft wird. (…) Frau gerät damit in eine Zwickmühle: benutzt Frau den weiblichen Sprachstil, spricht man ihr Charme, Weiblichkeit und Einfühlungsvermögen zu - aber sie ist machtlos. Äussert sie sich dagegen im männlichen Jargon, nimmt man sie zwar ernst, hält sie aber für eine Emanze mit Haaren auf den Zähnen. (…)

 

Im Job sollten Führungskräfte eine entsprechende Kultur der Anerkennung pflegen. Allerdings weisen viele Führungskräfte diesbezüglich deutliche Defizite auf. Daraus können wir selbstbewusst die Konsequenzen ziehen: wer uns berechtigte Anerkennung verweigert, ist einfach nicht auf der Höhe der Zeit. Ihm fehlen soziale Kompetenz und das Bewusstsein für wirksames Verhalten. Deshalb müssen wir demjenigen auf die Sprünge helfen. Es geht nicht darum, um Anerkennung zu betteln, sondern etwas einzufordern, was uns zusteht. (…) Wer längere Zeit nicht genügend Zuspruch bekommt, verhungert emotional. Wie fundamental wichtig Anerkennung ist, zeigt sich, wenn sie ausbleibt. Das führt dazu, dass die Betroffenen frustriert, wütend und verbittert sind. Sie entwickeln Selbstzweifel und Versagensängste und machen nur noch Dienst nach Vorschrift. (…) Eine moderne Wirtschaft verlangt eine Führungskultur, die Mitarbeiter/innen  nicht als blosse Arbeitskräfte, sondern als Dialogpartner/innen mit Fähigkeiten und Bedürfnissen sieht. (…)

 

Wir sind als Mensch wertvoll, unabhängig davon, was wir leisten oder wie andere uns beurteilen. Schliesslich ist jeder von uns absolut einzigartig. Auf unsere Einmaligkeit dürfen wir stolz sein. Schliesslich hat niemand die gleiche Kombination von Fähigkeiten wie wir. Was auch bedeutet, dass wir unserer Umgebung etwas geben können, das nur uns möglich ist. In diesem Bewusstsein sollten wir unsere Schwächen akzeptieren und sie weniger wichtig nehmen. Konzentrieren wir uns lieber auf unsere Stärken. Was kann ich gut? Was mache ich gerne? Was ist schön an mir? Welche positiven Eigenschaften habe ich?

Fehler müssen wir nicht als Versagen ansehen, sondern als Chance. Ohne Irrtum, kein Fortschritt und keine Entwicklung.>>

 

 

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Umso wünschenswerter wäre es, dass man die Stärken und Talente der Kinder in der Schule fördern würde, anstatt dauernd auf ihren Schwächen herumzureiten. Das schadet nicht nur ihrem Selbstwertgefühl, sondern lässt auch ihre Stärken verkümmern. Was ja definitiv nicht wünschenswert ist. Denn die Stärken sind unsere Einzigartigkeit! Warum also nicht die Menschen ganz im Allgemeinen darin fördern und unterstützen, ihre Stärken kennen zu lernen und auszubauen? 

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Eva Wlodarek schreibt in ihrem Buch weiter: <<Eng damit verbunden ist, wie wir über uns sprechen. Wir glauben, was wir über uns sagen, wäre nur für unser Gesprächspartner wichtig. Tatsächlich ist es aber auch für uns von Bedeutung, denn unser Unterbewusstsein hört mit. Auf positive Äusserungen reagiert es mit einem höheren Selbstwertgefühl. Von daher sind Sätze, mit denen wir uns kleinmachen oder herabwürdigen keineswegs harmlos.

 

Sprechen wir mit Achtung über uns - wir haben es verdient! Mit festem Willen, unseren Wert in vollem Umfang zu erkennen und auszudrücken, können wir in Eigenregie viel erreichen. Allerdings erfordert das Geduld und sehr viel Aufmerksamkeit. Wir müssen uns immer wieder in unseren Gedanken und Worten korrigieren, sobald wir einen Rückfall in Minderwertigkeitsgefühle haben. Wie ein Mantra sollten wir uns immer wiedersagen: Ich bin wertvoll.

Es ist nicht leicht, ein positives Selbstwertgefühl zu behalten, wenn die Menschen in unserem Umfeld uns nicht unterstützen oder sogar versuchen, uns kleinzumachen. Eleanor Roosevelt: Niemand kann dir deinen Selbstwert nehmen, wenn du dem nicht zustimmst. (…)

Sehen wir den Tatsachen ins Auge: es wird uns im Laufe unseres Lebens immer wieder passieren, dass man uns kränkt und verletzt. Wohl keinem von uns wird es je gelingen, ein so dickes Fell zu bekommen, dass uns das nicht berührt. Aber wir können uns an Eleanor Roosevelts Spruch als Grundhaltung erinnern. Wir entwickeln den festen Willen, unsere Selbstachtung nicht herzugeben. Unser Selbstwert ist ein kostbarer Schatz, den wir bewahren und hüten sollten. Er ist die Wertschätzung, nach der wir uns sehnen. Gleichzeitig dient er uns als Schutzschild, wenn sich andere wenig wertschätzend verhalten. Vergessen wir deshalb nie: Wir sind wertvoll. >> 

 

Eva Wlodarek schreibt weiter, dass es gerade in den drei Säulen der Identität - Beruf, Partnerschaft und enge soziale Kontakte - wichtig ist, dass wir nicht dauernd Abwertung ausgesetzt sind. Denn aus den drei Säulen beziehen wir unser Selbstbild und unseren Selbstwert. 

 

<<Von daher ist es entscheidend, dass wir uns hier gute Voraussetzungen schaffen. Wir dürfen nicht zulassen, dass man uns auf diesen Gebieten demütigt oder missachtet. Abwertung ist ein Hinweis darauf, dass wir die Wertschätzung für uns selbst erhöhen müssen. Wenn wir Situationen - aus welchem Grund auch immer - aushalten, lassen wir es an Liebe und Achtung für uns selbst fehlen. 

Dagegen anzugehen ist natürlich leichter gesagt, als getan. Oft haben wir das Gefühl, den äusseren Umständen ausgeliefert zu sein und nur geringen Einfluss darauf zu haben. Doch das ist ein Irrtum. Wir können immer und zu jederzeit wählen, was wir zulassen und ertragen wollen. Hier gilt das Gleiche, was ein chinesisches Sprichwort sagt: „du kannst nicht verhindern, dass die Vögel der Besorgnis und des Kummers über deinen Kopf fliegen, aber du kannst verhindern, dass sie in deinem Haar Nester bauen.“ keiner von uns ist dagegen gefeit, Menschen zu begegnen, die uns aufgrund ihrer eigenen seelischen und geistigen Disposition abzuwerten versuchen. Doch wie wir damit umgehen, liegt in unserer Verantwortung. 

 

Der US-Psychologe Gary Emery hat eine wirkungsvolle Methode entwickelt, mit der wir uns aus der Opferrolle befreien können. Die Grundlage dazu lautet „Choice versus Change“, Wahl statt Veränderung. Zwischen beidem gibt es einen bedeutsamen Unterschied: Wenn wir auf Veränderung hoffen, sind wir auf den guten Willen anderer Menschen angewiesen. Wir warten darauf, dass sie ihr abwertendes Verhalten endlich einsehen und aufgeben. Konzentrieren wir uns dagegen auf unsere eigenen Möglichkeiten, können wir wählen, was wir denken, fühlen und tun wollen. Dafür hat Emery eine Methode entwickelt, die aus drei Schritten besteht: 

 

1. Akzeptieren Sie die gegenwärtige Realität: sehen Sie den Tatsachen ins Auge. Belügen Sie sich nicht selbst, indem Sie sagen, es sei ja nicht so schlimm. Entschuldigen Sie das Verhalten der abwertenden Person nicht, etwa mit einer problematischen Kindheit. Glauben sie vor allem niemals, Sie hätten es verdient, schlecht behandelt zu werden, weil Sie nicht perfekt sind. 

 

2. Wählen Sie, was Sie sich wünschen: wie wollen Sie sich fühlen? Was wollen Sie für sich erreichen? Zum Beispiel eine faire Behandlung im Beruf, einen liebevollen Umgang in der Partnerschaft, Verlässlichkeit in der Freundschaft. Malen Sie sich genau aus, wie Ihre Wunschsituation aussehen soll. 

 

3. Handeln Sie entsprechend: Überlegen Sie, was Sie selbst unternehmen müssen, um Ihrem gewählten Wunschziel näher zu kommen. Wohlgemerkt, es geht nur um Dinge, die Sie selbst in der Hand haben. Das kann Ihre innere Einstellung, Ihre Worte oder Handlungen betreffen. Dann werden Sie aktiv. Tun Sie, was mit Blick auf Ihr Wunschziel nötig ist. 

 

Wenn wir das Wahlsystem anwenden, dann erleben wir, dass wir weitaus mehr Einfluss und Spielraum haben, als wir bisher glaubten. So können wir etwa ein grundsätzliches Gespräch führen, Verbündete suchen, uns juristisch beraten lassen, ein Coaching buchen, den Job wechseln, uns vom Partner trennen, ein anderes Verhalten lernen und einüben, umziehen, etc. >>

 

 

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Wenn man bereits als kleines Kind wenig Wertschätzung für sich und seine Leistungen erfahren hat - nicht unbedingt, weil das Umfeld bösartig war - sondern weil das, wofür man Wertschätzung und Anerkennung erhoffte, nicht als das anerkannt wurde. Weil man immer überall aneckte mit seiner Wesensart. Weil man anders dachte und fühlte. Weil man Dinge für spannend, wichtig und beachtenswert fand, die alle anderen Menschen im Umfeld nicht als das erkannten. Dann - ja dann ist man als Erwachsener entsprechend geprägt. Man sieht sich selbst komplett anders, als alle rundherum, man nimmt sich selbst ganz anders wahr. Man setzt ganz andere Massstäbe. Und egal wie sehr man sich anstrengt, man wird nie die Wertschätzung und Anerkennung erhalten, weil man nach wie vor anders denkt und fühlt und das Umfeld nach wie vor nicht wahrnimmt, wofür sie diesen Menschen wertzuschätzen hätte. Man bekommt Lob für Dinge, die einem selbst nicht wichtig sind, die einem selbst viel zu leicht von der Hand gegangen sind. Und das, wofür man sich wirklich ins Zeug gelegt hat, das wird übersehen. Oder einfach nicht gewürdigt. Das ist schmerzhaft. Kann einem zur Weissglut oder zur Verzweiflung bringen. 

 

Fortsetzung aus dem Buch „die Kraft der Wertschätzung“ von Eva Wlodarek: <<Neidattacken lassen sich kaum verhindern. Aber wir sind dem keineswegs hilflos ausgeliefert. Als denkende Wesen können wir gegensteuern. Und das sollten wir unbedingt tun! (…) denn sobald wir auf eine andere Person schauen, verlieren wir uns selbst aus den Augen. Der Mensch, den wir beneiden, hat schliesslich eine andere Kombination von Eigenschaften und Fähigkeiten als wir und letztlich auch eine andere Lebensaufgabe. Der Vergleich hindert uns daran, uns auf unsere Möglichkeiten zu besinnen und unseren eigenen Weg zu finden. Ausserdem machen wir einen Denkfehler. Wir konzentrieren uns nur auf das, was uns der beneidete Mensch voraushat, alles Übrige lassen wir beiseite. 

Wann immer wir auf jemanden neidisch sind, sollten wir uns die folgende Frage beantworten: Angenommen, ich könnte erhalten, worum ich diesen Menschen beneide - aber nur unter der Bedingung, dass ich alles von ihm übernähme. Würde ich das wollen? Unter der Besinnung „Alles oder nichts“ würde wohl kaum jemand diesem Handel zustimmen. Diese Überlegung kann das neidische Gefühl schnell zum Verschwinden bringen. Noch etwas gerät beim Neid leicht aus dem Blickfeld: in den meisten Fällen ist das von uns Gewünschte denjenigen nicht in den Schoss gefallen, sondern sie haben eine Menge dafür getan. Fragen wir doch einfach mal direkt nach, was die von uns beneidete Person an Zeit, Geld, Kraft und Engagement investiert hat. Die meisten antworten ganz offen. So erfahren wir, was der Erfolg auf die Dauer kostet, und können uns überlegen: Bin ich dazu bereit? Will ich wirklich wochenlang abends Fortbildung machen? Etc. In vielen Fällen ist es uns zu mühsam, den erforderlichen Preis zu bezahlen. Aber ohne ihn gibt es oftmals nicht ein vergleichbares Ergebnis. Diese Erkenntnis kann uns helfen, unseren Neid zu überwinden. Statt eines Ausschnittes, sehen wir das Ganze. Und das ist oftmals gar nicht so beneidenswert.>>

 

Ja wir sollten mehr Wertschätzung in unseren Beziehungen - sei dies privat, am Arbeitsplatz, in der Schule, mit Kindern oder mit Erwachsenen - pflegen! Und wenn Neid in uns aufkeimt, dann sollten wir genauer hinhören und hinschauen... Denn er ist nämlich überflüssig. Wir alle sind einzigartig und tragen ganz viele Diamanten in uns! Jeder seine eigenen. Diese Diamanten wollen in die Welt strahlen. Sie wollen poliert und gepflegt werden. Kümmern wir uns also besser um unsere eigenen Diamanten! 

Link zum Buch„die Kraft der Wertschätzung“ von Eva Wlodarek

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Yvonne Hiltebrand

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