Schulnoten

Kreativität gehört nicht wie Münzen in eine Truhe. Sie soll wie das Wasser fliessen, Menschen berühren, Herzen erwärmen, den Alltag bereichern, und Hoffnung schenken – und das, ohne an Besitz oder Profit gebunden zu sein. Wir können die Welt nicht ändern, aber sie verschönern. Auch nur mit einem Lächeln oder ein 'danke schön'.

Lena-Aischa

 

Quelle unbekannt
Quelle unbekannt

Bei einem Lehrpersonenwechsel wird oftmals klar, dass Noten nicht so sehr das Wissen und Können der Kinder widerspiegelt, sondern vielmehr den Unterrichtsstil der Lehrperson (LP). Wie anders könnte man es sich erklären, dass ein Kind bei einer LP durchwegs gute Noten hat und danach bei einer anderen LP plötzlich im selben Fach schlechte? Denn das Kind hat in den 5 Wochen Sommerferien nicht plötzlich verlernt zu rechnen oder zu schreiben… Nein im Gegenteil, oftmals setzt sich Gelerntes in einer Lernpause, so dass das Kind danach sein Wissen vertiefen und erweitern kann.

 

(Ausser es hat den Inhalt einer Prüfung lediglich in sein Kurzzeitgedächtnis gespeichert für die Prüfung und es danach sofort wieder vergessen... Was leider heutzutage sehr oft passiert, da die Kinder extrem unter Druck stehen und sehr viele Prüfungen absolvieren müssen...Aber selten werden ja die selben Inhalte nochmals geprüft, deshalb wird es nicht bemerkt, dass ein Kind den Lerninhalt nicht langfristig gespeichert hat...) 

 

Noten widerspiegeln nur dann das Wissen, wenn der Test klar mit richtig oder falsch bewertet werden kann. (Z.B. Multiple Choice oder Wörtertests, die die Rechtschreibung benoten) Sobald das subjektive Empfinden und ein Ermessen der korrigierenden Person mit hinein spielen, verliert die Note ihre Aussagekraft massiv.  

 

Manche LPs benoten pro-Kind, andere bestrafen mit ihrer Notengebung absichtlich in der Meinung, das Kind würde „daraus lernen“. Manche runden Noten absichtlich auf, damit das Kind in eine höhere Klasse der Oberstufe eingestuft werden kann, andere nicht. Wie soll da landesweit eine Aussagekraft zu Noten möglich sein? 

 

Manche Lehrpersonen empfinden eine gewisse Sympathie gegenüber einigen Kindern. Diese werden automatisch subjektiv und unterbewusst anders benotet, als die Kinder, die man als eher anstrengend oder sogar nervig empfindet.

Ein zusätzlicher Faktor bei Prüfungen und Noten ist das Befinden des Kindes während der Prüfung. Wenn ein Kind fit und voller Energie ist, wird es eine Prüfung anders schreiben, als wenn es Bauchschmerzen oder einen Energiemangel hat. All diese Faktoren bestimmen, ob eine Prüfung und dem zu Folge eine Note gut, mittelmässig oder schlecht wird. Natürlich gibt es da noch ganz viele andere Faktoren, die relevant sind... Wie Konzentration, mögliche Schwierigkeiten etwa mit Schreiben oder Lesen, Zeitdruck, Lärm, u.v.m.

Wenn man all diese Faktoren berücksichtig, dann muss man sich tatsächlich fragen, ob unser Bewertungssystem in den Schulen, aber auch am Arbeitsplatz noch zeitgemäss ist. Ich weiss - da scheiden sich die Geister und es gibt klare Befürworter, sowie auch eine Front, die Schulnoten abschaffen möchte.

 

Doch ich frage mich: Muss man denn Leistung überhaupt messen? Oder würde es nicht viel sinnvoller sein vom Leistungsdenken (und Leistungsdruck) weg zu kommen und jeden einzelnen Menschen als Individuum zu akzeptieren, so dass man sich gar nicht mehr vergleichen muss? Jeder hat doch seine Stärken (und seine Schwächen) - da sollte es doch möglich sein, dass jedes Kind, jeder Mensch die Chance bekommt, seine Stärken zu entdecken und sie zu entfalten.... Und indem jeder Mensch seine Stärken entdecken und entfalten könnte, müsste man sich gar nicht mehr miteinander messen und es würde auch viel weniger Neid entstehen, weil dadurch jeder und jede in irgendeinem Gebiet gut wäre. Man könnte sich so wundervoll gegenseitig bereichern und ergänzen...

 

Utopie? Vielleicht... Ich geb die Hoffnung nicht auf...

EVE-ON

Yvonne Hiltebrand

Rebweg 8, 8181 Höri

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