· 

Zwischen den Welten wo die Seele schreit

Oder wie Hochsensibilität, Hochsensitivität (HS), Hochbegabung und Vielbegabung sich auf das Leben eines Menschen auswirken können. 
 
 
In den letzten Wochen ist mir klar geworden, dass ich nicht nur hochsensibel, sondern auch vielbegabt bin. Mich dazu zu bekennen erfordert ein gewisses Mass an Mut und Überwindung, habe ich in der Vergangenheit leider häufig negative Erfahrungen deswegen gemacht. Doch jetzt fällt es wie Schuppen von den Augen und die verschiedenen Schichten schälen sich ab, wie die Haut einer Zwiebel - und der Kern ist wundervoll. 
 
 
Zuerst möchte ich darlegen, was ich unter diesen Begriffen verstehe und zitiere hierfür mehrere Spezialistinnen: 

Zitat von Dr. Esther Huser, Fachpsychologin für Psychotherapie, Zürich

 

http://www.praxispsychologie.ch/Problembereiche/lebensprobleme/hochbegabung.htm

 

<<was ist Hochbegabung und wie wirkt sich dies aus?

 

Viele Menschen träumen davon, überdurchschnittlich intelligent zu sein: Wie sie damit andere Menschen beeindrucken würden und wie sie überall wegen ihrer Intelligenz bewundert würden. Nur wenige denken auch an die negativen Seiten der Hochintelligenz. Überdurchschnittlich intelligente Menschen fühlen sich oft einsam, weil sie ihre Gedankengänge nicht mit anderen Menschen teilen können. Tun sie es, wirken sie häufig als arrogant, besserwisserisch oder gelten als Streber. Hochbegabung ist nicht eine isolierte Eigenschaft, sondern ein Charaktermerkmal, das einen Menschen von früher Kindheit an formt.
In der Entwicklung eines hochintelligenten / hochbegabten Kindes zum Erwachsenen gibt es zwei unterschiedliche Wege:
(1) Die ausserordentliche Begabung wird erkannt: Das Kind wird gefördert, bekommt genug geistige 'Nahrung', bewegt sich mindestens einen Teil seiner Zeit im Kreise anderer Hochbegabten, mit denen es sich selber sein kann. Sein Wesen wird von früher Kindheit an auf den Umgang mit der Hochbegabung hin erzogen, die Menschen um das Kind herum gewöhnen sich daran, und so kann Hochbegabung zur Normalität werden.
 
(2) Die Hochbegabung wird in der Kindheit nicht erkannt: Das hochbegabte Kind hat früh das Gefühl, anders als die anderen zu sein. Es passt sich immer wieder mit aller Kraft dem Niveau der anderen Kinder an, was sehr viel Energie kostet. Seine Leistungen in der Schule oder in der Grup­pe schraubt es zurück, da es die schmerzhafte Erfahrung gemacht hat, andernfalls negativ aufzufallen, gehänselt oder ausgegrenzt zu werden. Dem hochbegabten Kind selbst ist natürlich nicht bewusst, weshalb es sich so sehr als 'Alien' unter den anderen Kindern fühlt. Das Selbstwertgefühl beginnt zu leiden, und so kann es gut sein, dass das Kind paradoxerweise in der Schule mittelmässige oder gar schlechte Leistungen erbringt und niemand auf den Gedanken kommt, das Kind könnte besonders intelligent sein. Die Gefahr ist gross, dass dieses Kind depressiv wird oder ungünstige Verhaltensweisen entwickelt, die wiederum in eine negative Spirale führen können.
 

Positive und negative Seiten der Hochbegabung
Hochbegabung bringt im Erwachsenenalter neben der Leichtigkeit des Lernens und Handelns auch viele Nachteile mit sich, mit denen der Hochbegabte häufig nicht umgehen kann. So kann es z.B. schwierig sein, einen Lebenspartner zu finden, da man sich in einer Beziehung sehr einsam fühlen kann, wenn der Partner der Gedankenwelt des Hochbegabten nicht zu folgen vermag. Möchte ein Hochbegabter sich nicht immer zurücknehmen müssen, muss er früher oder später auf seine Hochbegabung hinweisen. Mit solchen Selbstcharakterisierungen stösst der Betroffene häufig aber nicht auf Sympathie.
Im Volksmund werden Hochbegabte immer noch als 'Nerds', als 'Freaks' charakterisiert. Dies ist nicht ganz falsch, da Hochbegabte tatsächlich sehr viel Zeit mit sich und ihren intellektuellen oder schöpferischen Talenten zubringen können. Sogenannte Flow-Erlebnisse (über Stunden anhaltende Phasen von hoher positiver Konzentra­tion) sind für sie wichtige Glücksmomente. Der nicht seltene Preis, den sie dafür zahlen, sind erhöhte Schwierigkeiten im Umgang mit anderen Menschen.

 

 

Welches sind typische Symptome von Hochbegabung?

 

  • Häufiges Fragestellen, ausgeprägte Neugierde.
  • Hohes Detailwissen / sehr gutes Verständnis von Zusammenhängen.
  • Lernen durch Verknüpfung und nicht durch Auswendiglernen.
  • Schwierigkeiten, Dinge auswendig zu lernen (da zu langweilig).
  • Perfektionistische Ansprüche.
  • Hohe moralische Ansprüche oder starkes Gerechtigkeitsgefühl.
  • Langeweile bis hin zu Arbeitsverweigerung bei Routineaufgaben.
  • hohe Motivation und Lust, schwierige Zusammenhänge zu verstehen.
  • Auffälligkeiten in Kindergarten und Schule (z.B. unkonzentriert, da gelangweilt, aggressiv, da unverstanden etc.).
  • Bevorzugung selbstständiger Arbeit, hohe Ziele.
  • Schon das Kind fühlt sich unverstanden, als 'Alien'; unter den Andern.
  • Häufiges Gefühl von Einsamkeit.
  • Intellektuell sehr weit entwickelt, emotional aber auf alterstypischem Niveau.
  • kritisches Hinterfragen von Autoritäten.
  • Wahl deutlich älterer Freunde.
  • Schwierigkeiten, sich in Gruppen einzufügen oder unterzuordnen.

Was ist Hochsensibilität und wie wirkt sie sich aus? 

 

Manchmal, aber nicht immer, kann Hochbega­bung gepaart sein mit Hochsensibilität. Dann kann das Leben für die Betroffenen noch viel anstrengender werden. Hochsensibilität bezeichnet eine überstarke Sinneswahrnehmung. Geräu­sche, Licht, Gefühle anderer Menschen und anderes werden früher und in viel stärkerer Ausprä­gung wahrgenommen. Hochsensible werden unfreiwillig täglich überflutet von Tausenden von Wahrnehmungsreizen, die sie nicht immer in ganzem Ausmass verarbeiten können. Der Kontakt mit anderen Menschen kann für einen Hochsen­siblen aus diesen Gründen anstrengend sein, für das Gegenüber hingegen ist der Kontakt mit Hochsensiblen in der Regel sehr angenehm; Hochsensible Menschen sind häufig beliebt, sie können aber auch schneller an Erschöpfung erkranken.

 

 

Symptome einer Hochsensibilität sind z.B.:

 

  • Überdurchschnittliche Fähigkeit, sich in andere Menschen einzufühlen.
  • Oft Zwang, sich in andere Menschen einfühlen zu müssen, auch wenn man es im Einzelfall gar nicht möchte.
  • Hohe Intuitionsfähigkeit.
  • Rasche Erfassung des psychischen Zustandes eines Gegenübers.
  • Rasche Wahrnehmung von Stimmungen in einem Raum oder in einer Gruppe.
  • Überdurchschnittlich intensives Erleben von zwischenmenschlichen Beziehungen.
  • Dauerndes 'Monitoring' der eigenen Stimmungen und Gefühle.
  • Gleichzeitige Wahrnehmung vieler Details einer Situation.
  • Vielseitige Interessen.
  • Hohe Begeisterungsfähigkeit für Menschen und Themen.
  • Eigene Stimmung stark durch andere Menschen beeinflussbar.
  • Häufige Reizüberflutung und damit Anfälligkeit auf Stress und Überforderung.
  • Grosses Schlafbedürfnis.
  • Stärkere Empfindlichkeit auf Licht oder Geräusche.
  • Stärkere Empfindlichkeit auf Gerüche, Berührungen oder Geschmack.
  • Reiches, vielschichtiges Innenleben.
  • Immer wieder starkes Bedürfnis, allein zu sein.
  • Hohe Schreckhaftigkeit, z.B. durch Geräusche und Berührungen.
  • Hohe Gewissenhaftigkeit.
  • Harmonie ist wichtig>>

Zitat von Eva Schürlein
 
http://hochbegabung-hochsensibilitaet.de/hochbegabung-und-hochsensibilitaet-besser-verstehen/was-ist-vielbegabung/
 
 
Was ist Vielbegabung und wie wirkt sie sich aus? 
 
<<Vielbegabung ist noch nicht exakt wissenschaftlich erforscht und als Begriff nicht genau definiert. Daher folgt hier meine persönliche Sichtweise und Beschreibung, die aus eigener Erfahrung und der Beobachtung anderer Vielbegabter resultiert:
Vielbegabte sind vor allem viel-interessiert. Neugier ist ihr zweiter Vorname. Zudem sind sie meist freiheitsliebend und intelligent.
In einem anerkannten, zertifizierten IQ-Test erreichen sie vielleicht nicht immer die bei uns als Grenze zur Hochbegabung definierte Marke von 130. Was unter anderem auch daran liegt, dass IQ-Tests nur Teilbereiche der Intelligenz abfragen (können). Kreative und emotionale Intelligenz beispielsweise bleiben dabei außen vor.  Oder eben auch die Eigenschaft, über sehr viele Gaben zu verfügen. Dennoch sind viele Vielbegabte auch hochbegabt und erreichen die „magischen 130“ oder mehr bei einem der anerkannten IQ-Tests.
Für Vielbegabte ist das Universum gerade groß genug, um ausreichend Stoff gegen Langeweile zu bieten. Einfach alles ist interessant. Vielbegabte sind oft naturwissenschaftlich, sprachlich, emotional, kreativ und praktisch begabt. Das heißt, sie haben häufig mehrere Berufsausbildungen (nicht immer alle abgeschlossen), sie singen, malen, schreiben, legen Gärten an, nähen und verlegen ihren Parkettboden selbst. Ganz nebenbei lesen sie Bücher von Stephen Hawking, Terry Pratchett, Comics und Pflanzenbestimmungsbücher.
 
Sie gelten im Bekanntenkreis als sehr empathisch und scheinen sich immer einfühlen zu können, in das, was andere gerade umtreibt. Und sie haben große Herzen, in denen sich andere Menschen tummeln dürfen. Gleichzeitig legen sie hohe Wertmaßstäbe an, bei sich selbst und bei anderen. Charakter ist ihnen wichtig. In der Regel jedoch lieben sie alles, was auf unserer Erde so kreucht und fleucht. Und falls sie etwas nicht gar so inniglich lieben können, weil „es“ unübersichtlich viele wuselnde Beine hat, dann verlegen sie sich auf das Motto „leben und leben lassen“.
All das „erledigen“ sie „so nebenbei“. Sie nehmen Stimmungen wahr, also reagieren sie darauf. Sie interessieren sich, also lesen und/oder machen sie. Wenn sie danach gefragt werden, wissen sie oft gar nicht, wo sie ihr Wissen „aufgeschnappt“ haben. Es sammelt sich einfach an.
Vielbegabte wollen wissen, wie die Welt tickt. Wenn ihnen etwas begegnet, das sie nicht kennen oder verstehen, fragen sie. So erhalten sie interessante Informationen über die künstliche Bestäubung von Walnussbäumen, die Abrichtung von Hunden zur Trüffelsuche und das Schleifen der riesigen Spiegel für Spiegelteleskope.
Wunderbare Voraussetzungen also für ein glückliches, spannendes, reiches Leben inmitten von ihnen nahestehenden Menschen – wenn alles gut läuft:
Im Berufsleben finden sie sich häufig schwer zurecht. Ihre Lebensläufe sind bunt, geprägt von Wechseln und Brüchen, die für andere nicht nachvollziehbar sind. Besonders dann, wenn sie selbst noch nichts von ihrer/ihren Gabe/n wissen.
Denn häufig versuchen sie dann, sich anzupassen und „so zu sein wie alle anderen“. Beispielsweise versuchen sie, längere Zeit denselben Job zu behalten. Doch Arbeitsstellen mit streng hierarchischen Strukturen, unflexiblen Abläufen und eng begrenzten Arbeitsbereichen machen die meisten Vielbegabten auf Dauer unglücklich. Sie brauchen eher Möglichkeiten zum Über-den-Tellerrand-Schauen-und-Agieren. Wenn dies nicht gegeben ist, fühlen sie sich gleichzeitig unterfordert und gestresst. Dadurch geraten sie in eine Dauerbelastung, die irgendwann dadurch beendet wird, dass sie kündigen. Durch die ständigen Wechsel werden jedoch die nachfolgenden Arbeitsstellen immer schlechter, denn mäandernde Lebensläufe machen sie nicht gerade attraktiv auf dem Arbeitsmarkt. Was noch häufigere Jobwechsel zur Folge hat. Und schon beginnt eine Abwärtsspirale, die darin enden kann, dass hochbegabte, hochqualifizierte, interessierte und engagierte Menschen irgendwann nur noch minderqualifizierten Aushilfstätigkeiten nachgehen.
Auch können Vielbegabte gerade aufgrund dieser und ähnlicher äußerlich sichtbarer „Unstetigkeit“ in den Ruf geraten, nicht zu wissen, was sie wollen oder kein Durchhaltevermögen zu haben. Besorgte Menschen aus dem Bekanntenkreis versuchen vergebens „Realismus“ und „Kontinuität“ in ihr Leben zu bringen.
So wird das Feedback, das sie erhalten, negativ, ihre Selbstzweifel wachsen und ihr Selbstbewusstsein schwindet. Sie sind hin und her gerissen zwischen der Ahnung, dass sie richtig viel können und der Erfahrung, dass es doch nicht gut zu sein scheint, wie sie sind.
Glücklicherweise ist diese Beschreibung einer möglichen Abwärtsspirale nur ein Worst-Case-Szenario. Meist können es Vielbegabte trotz aller Selbstzweifel nicht verhindern, dass ihr Licht scheint. Andere Menschen auf der gleichen Wellenlänge fühlen sich von ihnen angezogen und erkennen ihr Potential. Bei den meisten Vielbegabten bricht sich früher oder später die nicht erkannte oder nicht wertgeschätzte Gabe ihre Bahn, und ein Prozess der Selbsterkenntnis, Selbstakzeptanz und Heilung kann beginnen.
 
Je früher eine Vielbegabung als solche erkannt wird und als echte Gabe akzeptiert wird, desto reicher und erfüllter das Leben. Und glaubt mir, dann ist das Universum wirklich gerade mal groß genug…>>
 

Was ist der Unterschied von Hochsensibilität und Hochsensitivität? 
 
als Hochsensibilität begreife ich eine erhöhte Empfänglichkeit für äußere Reize wie Geräusche oder Gerüche und als Hochsensitivität begreife ich eine erhöhte Empfänglichkeit für innere Wahrnehmungen wie etwa Stimmungen, Gefühle anderer, Erinnerungen und Ahnungen. 
 
 
 
Alle vier - die Hochsensibilität, Hochsensitivität, Hochbegabung und die Vielbegabung - sind an sich eine Herausforderung und wollen erst erkannt werden. Bevor man nicht realisiert hat, dass man selbst oder sein Kind eines oder mehrere dieser Charaktermerkmale aufweist, kann es zu vielen Schwierigkeiten, Selbstzweifel oder Schlimmerem kommen. 
 
 
 
Die Problematik der Kombination von mehreren oben beschriebenen Charaktermerkmalen ist, dass  sie noch einmal deutlich anders ist, als die der Hochbegabung und als die der Hochsensibilität einzeln ausgeprägt. Menschen mit mehreren Eigenschaften ticken nochmals ganz anders. 
 

Dazu hier ein Zitat von Anne-Barbara Kern, die dies treffend beschreibt: 
 
https://hochsensibelsein.de/hochsensibel/
 
 
<<Während hochsensible Menschen ganz und gar in ihrer Veranlagung aufgehen, ist das bei Menschen, die beides sind, nicht der Fall. Bei denjenigen, die ich näher kennen lernen durfte, stehen die Hochsensibilität und die Hochbegabung als zwei Pole der Persönlichkeit nebeneinander: auf der einen Seite eine hohe Emotionalität, auf der anderen Seite ein messerscharfes analytisches Denken. Diesen Menschen fällt es recht schwer, beides unter einen Hut zu bekommen und das auszubalancieren. Zu dem Problem, zu einer Minderheit von nur 0,4% der Bevölkerung zu gehören und wirklich vollkommen anderes zu ticken als diese, kommt diese Schwierigkeit noch hinzu. Ich habe verschiedene Varianten kennengelernt, wie diese “Doppeltbegnadeten” oder auch “Doppeltbelasteten” damit umgehen.
Wenn sich ein solcher Mensch für eine Seite entscheidet, wird er sich eher mit seinem analytisch denkenden Anteil identifizieren. In diesem Fall stellt die Hochsensibilität eine Bedrohung dar, weil sie einen verletzlich macht. Die hochsensible Seite wird also subjektiv eher als Schwäche wahrgenommen, während die hochbegabte Seite zum Fluchtort wird, eine Welt, in der alles berechenbar und rational ist. Auf die Dauer wird die hochsensible Seite der Persönlichkeit vernachlässigt, das Leben zu wenig auf die Feinfühligkeit abgestimmt. Das kann einen solchen Menschen ganz schön aus der Balance bringen. Wichtig ist in diesem Fall, sich mit der hochsensiblen Seite wieder anzufreunden und ihr zu ihrem Recht zu verhelfen.
 
Eine besonders interessante Variante habe ich neulich kennenlernen dürfen. Es handelt sich dabei um eine Frau, die zunächst in einem kreativen Beruf tätig war, in dem sie ihre hochsensible Seite voll ausleben konnte, und dann in den Bereich IT gewechselt ist, wo sie ihren analytischen Verstand zum Einsatz bringen konnte. Sie hat das Problem also unbewusst in der zeitlichen Abfolge gelöst. Ihr ist erst seit Kurzem bekannt, dass sie diese Doppelgabe hat, und sucht jetzt nach Wegen, dies wirklich auszubalancieren, ohne zwischen zwei Berufen hin und her pendeln zu müssen.>>
 

Gerade Menschen, die sich des einen oder andern - oder beidem nicht bewusst sind, haben viele Hürden zu überwinden. Die Reizüberflutung und das Spüren von Emotionen, Ungesagtem, Stimmungen und Schwingungen, die verborgen bleiben wollen auf der Seite der HS. Die vielseitigen und vielschichtigen Interessen, Begabungen und Talente auf der anderen Seite. Die eigene Sensibilität, Verletzlichkeit und Emotionalität ist im Alltag auch nicht immer hilfreich. Und gerade Vielbegabte machen oft die Erfahrung, dass ihre Begabungen eher hinderlich sind, da sie oft für Neid und Eifersucht sorgen, dazu, dass man nicht verstanden wird oder dass man vorschnell abgestempelt wird. 
 
 
Das heisst also, dass Menschen mit dieser Doppelbegabung, wie Anne-Barbara Kern es nennt, oftmals hin und her gerissen sind, einen Teil ihrer Persönlichkeit verbergen zu müssen um der Norm der Gesellschaft zu entsprechen und nicht überall anzuecken. Leider führt dies oft zu körperlichen oder psychischen Beschwerden der Betroffenen, die Seele leidet enorm!

Hochsensible und hochbegabte Menschen haben besondere Fähigkeiten, die besonderen Lebensstrategien bedürfen. Sie benötigen besondere Bedingungen, um diese Fähigkeiten  und Gaben kraftvoll und ausbalanciert zu leben.
 
Oftmals fehlen aber genau diese Bedingungen in Schulen und am Arbeitsplatz. 
 
 Nun scheint für mich der erste schwierige Punkt zu sein, sich beide Wesenszüge bewusst zu machen, sich einzugestehen, dass man hochsensibel und vielbegabt ist - denn gerade Menschen aus meiner Generation haben erlebt, dass man in ihrer Kindheit zu wenig davon wusste und deshalb das Umfeld nur wenig oder gar nicht auf diese Wesenszüge eingehen konnte - was zu Selbstverleugnung, Scham, „sich anders fühlen“, Ausgrenzung oder sogar Mobbing und Traumas geführt hat. All das habe ich in meiner Vergangenheit erlebt. Auch die Beschreibungen von Eva Schürlein treffen sehr genau zu, besonders was Job und Beruf betrifft. 
 
 
Frust, Hoffnungslosigkeit, Wut, Trauer, die Frage nach dem Sinn, Ausweglosigkeit machen sich breit... Wie oft habe ich mir doch gewünscht, einfach bloss ein Talent zu haben und auf das fokussieren zu können!
 

Wenn man sich seiner Begabungen und Eigenschaften voll und ganz bewusst wird, fragt man sich „ wo ist mein Platz in dieser Welt? Wie und wo kann ich mein Geld ehrlich und sinnvoll verdienen ohne meine Gesundheit aufs Spiel zu setzen?“
 
 
Ich habe die Antworten noch nicht gefunden, stehe ich auch erst am Anfang meines Weges als bewusste Vielbegabte... Aber diese Erkenntnis bringt sehr viel Gelassenheit und Hoffnung mit sich - und ein tiefes Glücksgefühl nicht alleine zwischen den Welten zu sein... 
 
in diesem Sinne ALOHA!