Cop - Paste

Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont. Konrad Adenauer

Neurotypische Menschen können wunderbar etwas Gehörtes oder Gesehenes eins zu eins aufnehmen und wiedergeben. Copy - Paste. Sie können ohne grosse Probleme Regeln befolgen und sich damit identifizieren. Wenn sie denken, dass etwas richtig und gut ist, dann unterstützen sie dies relativ blindlings. Sie denken NICHT über das Denken nach, sie denken NICHT über das nach, was andere Menschen voller Überzeugung vorbringen. Wenn jemand manipulativ gewinnbringend auftritt, dann sind sie schnell bereit, alles zu glauben, was dieser Mensch sagt.

 

Dies kann - wie alles im Leben - positiv oder negativ sein. Denn es kann auch toll sein, wenn man nicht alles hinterfragen muss, wenn man Vertrauen schenkt und sich nicht über alles Mögliche Gedanken machen muss. Es kann toll sein, wenn man ohne wenn und aber seiner Arbeit nachgehen kann und nicht weiter studieren muss. 

NeuroUNtypische Menschen wie Hochbegabte, Autisten, Menschen mit ADHS, ADS, uvm.

NeuroUNtypische Menschen können das nicht... Sie hinterfragen so ziemlich alles, sie denken immer mit, weiter, sie suchen kausale Zusammenhänge und sehen bereits Lösungen, wo neurotypische Menschen noch nicht einmal ein Problem erkennen können... das kann für den Menschen selbst und im Zusammenleben und Zusammenarbeiten mit neurotypischen Menschen mitunter sehr anstrengend sein. Für beide Parteien...

 

 

Es ist in der Entwicklungspsychologie bekannt, dass hochbegabte Menschen sich 

  • erstens effektiv und effizient prozedurales (verfahrensmässig, den äusseren Ablauf einer Sache betreffend) und deklaratives (erklärend) Wissen aneignen können. 
  • Zweitens dieses Wissen besser in neuen Situationen einsetzen. 
  • Drittens rasch aus den dabei gemachten Fähigkeiten lernen
  • Viertens erkennen können auf welche neuen Problemstellungen die gewonnenen Erkenntnisse transferierbar sind. (Generalisierung) und auf welche nicht (Fähigkeit zur Differenzierung). 

 

Im Alltag haben Hochbegabte oftmals eine sehr schnelle Auffassungsgabe, sie können Probleme eigenständig erfassen und sie versuchen sie selbstständig zu lösen. Dies manchmal auf sehr kreative und unkonventionelle Weise. Diese Menschen sind oftmals enorm selbstkritisch und perfektionistisch, haben ein hohes Detailwissen in einzelnen Bereichen und eine überdurchschnittlich gute Merkfähigkeit. Häufig verfügen sie über aussergewöhnliche verbale Fähigkeiten und einen grosser Wortschatz.

 

Eine Studie hat gezeigt, dass hochbegabte Kinder bessere akademische Leistungen zeigen, wenn sie in einer separaten Schule, die auf Hochbegabung spezialisiert ist, unterrichtet werden. Die gängigen Fördermassnahmen in Regelkassen führen hingegen sehr oft zu diversen Problemen. Die Autoren der Studie ziehen als Fazit, dass nicht (nur) die kognitiven Fähigkeiten im Mittelpunkt stehen sollten, sondern dass vor allem auf die emotionale und soziale Entwicklung hochbegabter Kinder das Augenmerk gerichtet werden sollte. Weil sie da vielleicht mehr Unterstützung brauchen, als normalbegabte Kinder. Sie kommen zum Schluss, dass die Hochbegabten-Förderung insgesamt eine grosse Herausforderung für das Lehrpersonal darzustellen scheint, die nur gelingen kann, wenn die Kinder im kognitiven, emotionalen und sozialen Bereich besondere Unterstützung und Förderung erhalten.

Auch die Gestaltung der Lernumgebung sollte im Mittelpunkt stehen. 

 

Intellektuelle Fähigkeiten werden zum einen von den genetischen Anlagen bestimmt, zum anderen aber auch durch Umweltfaktoren beeinflusst. Es gibt viele Hinweise, dass die Entwicklung der Intelligenz nicht nur durch die Gene, sondern auch durch Umweltfaktoren beeinflusst wird. Zumal Umweltfaktoren sehr variabel sind. Die Finanzkraft der Eltern, deren Berufe und viele andere Faktoren fliessen da hinein.

 

Ausserdem haben auch andere Merkmale in einer Familie einen Einfluss. So spielen zum Beispiel die Anzahl Kinder in einer Familie eine Rolle. Je mehr Kinder in einer Familie leben, umso geringer fallen die Intellektuellen Leistungen aus. (Entwicklungspsy part 1 track 12) insgesamt spielt das familiäre Umfeld auf die Entwicklung eines Kindes ganz im Allgemeinen aber auch in Bezug auf den IQ eine grosse Rolle. Zahlreiche Faktoren können dazu beitragen, dass sich ein Kind intellektuell weniger gut entwickelt. Folgend genannte Faktoren wirken zudem verstärkend, wenn mehrere davon auftreten: 

 

  • schlechte Schulbildung der Mutter
  • Grosse Anzahl Kinder
  • Wenig Geld
  • Zugehörigkeit zu ethischer oder kultureller Minderheit
  • Alleinerziehender Elternteil 
  • Übermässige Ängstlichkeit der Mutter
  • Hohe Anzahl belastender Stresserlebnisse
  • Rigide Vorstellungen der Eltern betreffend Erziehung und Entwicklung
  • Negative Mutter-Kind-Interaktion
  • Eingeschränkte seelische Gesundheit der Mutter

 

Kinder die einem oder mehreren oben genannten Faktoren ausgesetzt sind, zeigen häufig Einbussen hinsichtlich ihrer intellektuellen Entwicklung. 

 

Andersherum gibt es auch Faktoren, die sich sehr förderlich auf die intellektuelle Entwicklung eines Kindes auswirken können: 

 

  • Eltern die eine anregende und stimulierende Umwelt für ihre Kinder schaffen
  • Eltern, die emotional responsiv sind
  • Eltern, die viel mit ihren Kindern sprechen und ihnen viel erklären
  • Möglichkeiten zum explorieren und ausprobieren geben
  • Positive und angemessene Entwicklungserwartungen an das Kind stellen

 

Neben den familiären Faktoren kommt auch der Schule eine grosse Bedeutung zu. Unter optimalen Bedingungen lernen Kinder in der Schule was dazu beiträgt, dass ihre Intelligenz ansteigt. (Siehe Buch Entwicklungspsychologie von Arnold Lohaus und Marc Vierhaus)

 

 

Warum nimmt die Intelligenz einen so zentralen Stellenwert in der menschlichen Entwicklung ein?

 

Zum Erfolg im Leben braucht es neben Intelligenz auch die intrinsische Motivation, soziale Fähigkeiten und viele andere Faktoren. Der IQ alleine nützt von daher nicht viel. Und genau deshalb ist es so wichtig, Kinder ganzheitlich zu fördern und zu unterstützen. Völlig unabhängig vom IQ. Und da man aus der Hirnforschung unterdessen weiss, dass sich das Gehirn lebenslang weiterentwickeln kann, steigert man den IQ, je mehr man sich selbstmotiviert (intrinsisch) neues Wissen oder neue Fertigkeiten aneignet. Hochbegabten fällt dies womöglich leichter, als anderen, dies soll aber nicht heissen, dass sie deshalb besser wären. Wie motiviert jemand ist, welche Interessen vorliegen und wie die sozialen Fähigkeiten sind, ist individuell. 

Im Münchner Hochbegabungsmodell Heller 2000 wird deutlich, dass neben den Intellektuellen Begabungsfaktoren auch nicht- kognitive Persönlichkeits-Faktoren, wie die Fähigkeit zum Umgang mit Stress oder Ängsten, Umweltmerkmale wie die Familiäre Umgebung, die Lernumwelt, frühere Leistungserfolge, zur Gesamtausprägung der individuellen Begabung beitragen. 

 

So oder so empfinde ich es als absolut notwenig, dass man diesen verschiedenen Herangehensweisen und Faktoren mehr Gewicht in Schule und am Arbeitsplatz beimisst. Es kann nicht sein, dass man immer davon ausgeht, dass alle Kinder (Menschen) identisch funktionieren. Es ist an der Zeit, dass sich Lehrpersonen und Vorgesetzte über diese Themen vertieft informieren, damit sie ihre Klassen und ihre Teams besser begleiten und führen können...

EVE-ON

Yvonne Hiltebrand

Rebweg 8, 8181 Höri

[email protected]

Ausgewählte Produkte sind nun auf Etsy erhältlich! Mein Shop heisst: EVEON