Angst bei Kindern

Bild eve-on
Bild eve-on

Die Angst vor Gefahren ist angeboren und durch das absolut sinnvoll. Die Strategien dagegen kennen wir alle. Es sind Flucht, Kampf oder Totenstarre (Freeze). Dies sind die natürlichen Reaktionen auf Angst, die wir instinktiv in uns tragen und die dazu führen sollen, dass wir am Leben bleiben. Es sind unsere natürlichsten Schutzreaktionen. 

 

Dass Kinder Angst zeigen - zum Beispiel vor Hunden oder vor einem hohen Klettergerüst auf dem Spielplatz - ist nichts als normal. Besorgniserregend wird die Angst, wenn sie in Situationen auftritt, die normalerweise nicht beängstigend sind oder wenn sie gehäuft vorkommt. Dann, wenn Kinder Angst haben, zur Schule zu gehen zum Beispiel. Was ist da also der Auslöser der Angst? 

 

Der Mensch....

Die Angst vor dem Menschen

Die Angst vor dem Menschen ist nicht natürlich, sondern anerzogen. Sie ist nicht angeboren. Als Neugeborenes fühlen wir uns immer zum Menschen hingezogen, denn wir sind von seiner Fürsorge abhängig. Es ist unsere Rasse, unsere Herde und dort sollten wir uns wohl fühlen können und Geborgenheit erfahren dürfen. 

 

Angst vor den Menschen in unserem Umfeld zu haben ist also sehr unnatürlich. Kommt aber trotzdem oft vor...

 

Kinder, die gehänselt, ausgegrenzt oder sogar gemobbt werden empfinden zuerst Irritation. Schmerz. Trauer. Wenn sich die Situation nicht sofort bessert, dann entwickeln sie irgendwann Angst. Besonders sensible Kinder können dann oft sehr heftig reagieren und den Gang zum Kindergarten oder zur Schule verweigern. (Siehe dazu Widerstände) 

 

Wenn Kinder nur an ihrer Leistung, ihren Noten und ihrem guten Benehmen gemessen werden, dann können sie Angst entwickeln vor Versagen und vor schlechten Noten. Gerade Kinder, die Defizite aufweisen, und die dauernd dafür getadelt werden, entwickeln womöglich eine Störung, denn im zarten Alter verfügen sie noch nicht über so viel Selbstvertrauen und Selbstwert, als dass dies spurlos an ihnen abperlen würde.

 

Wenn wir Angst vor Menschen haben, dann wenden wir die selben Strategien an, wie wenn wir uns ganz im Allgemeinen in Gefahr fühlen. Kampf, Flucht oder Totenstarre. Viele Kinder frieren ein und dissoziieren, um den Schmerz nicht mehr fühlen zu müssen. Andere Kinder kämpfen und werden aggressiv. Dies führt dann sehr häufig zu Bestrafung ihres aggressiven Verhaltens. Doch selten geht jemand der Ursache auf den Grund... 

 

So oder so - dies sind Schutzmechanismen, wenn sich das Kind in seinem Umfeld in Gefahr fühlt. Wenn sich Kinder also aggressiv verhalten oder plötzlich teilnahmslos und lethargisch wirken, dann ist dies ein erstes Alarmzeichen und sollte von uns Eltern und von Bezugs- und Lehrpersonen sehr ernst genommen werden. Es nützt dem Kind nichts, für sein aggressives oder gleichgültiges Verhalten bestraft zu werden. Im Gegenteil, das führt dazu, dass es sich nur noch mehr in die Enge gedrängt fühlt...

Was ist eine Angststörung?

Eine Angststörung ist dann gegeben, wenn zu viele Dinge als gefährlich interpretiert werden oder die Wahrscheinlichkeit einer Gefahr massiv überschätzt wird. Angststörungen gehören zusammen mit depressiven Störungen zu den häufigsten psychischen Störungen. Knapp jede fünfte Person ist davon betroffen. Angststörungen unterscheiden sich je nach Inhalt: Manche haben Angst vor spezifischen Objekten wie Spinnen, Leistungsangst oder Ängste in sozialen Situationen. Andere haben generell Angst um die eigene Unversehrtheit oder jene von engen Bezugspersonen. 

 

Quelle: Projuventute.ch

Wenn Ängste den Alltag überschatten, brauchen die Betroffenen Hilfe...

Ängste lösen oftmals körperliche Symptome aus. Besonders bei Menschen, die nicht aggressiv-kämpferisch sondern mit der Totenstarre reagieren, können Anzeichen für Ängste sein:

 

  • Antriebslosigkeit
  • Lustlosigkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Müdigkeit
  • häufiges Weinen (ohne für Erwachsene ersichtlichen Grund)
  • Bauchschmerzen
  • Übelkeit
  • Schlaflosigkeit und Albträume
  • wird mehr und mehr zu einem Schatten seiner selbst
  • körperlich kann sich akute Angst zeigen in Widerstand, Zittern, Verweigern, sich in sich zurück ziehen, Hände vors Gesicht nehmen, Abwehrende Gestik und Mimik

All dies beruht auf erlebtem emotionalem Stress. 

 

Oftmals passiert dies besonders dann, wenn Menschen nicht gelernt haben, über Gefühle und Emotionen zu sprechen. Wenn diese keinen Platz im Alltag der kleinen Kinder haben durften und sie sie unterdrücken mussten und sie dadurch nicht gelernt haben, mit emotional schwierigen Situationen umzugehen.

 

Für Eltern oder Betreuungspersonen kann es schwierig sein, zu erkennen, dass hinter körperlichen Symptomen wie Bauchweh eigentlich Angst steckt. Bei unspezifischen Symptomen kann es daher sinnvoll sein Fachpersonen wie Kinderärzte, Lehrpersonen, Psychologen oder andere Bezugspersonen beizuziehen, um Krankheiten auszuschliessen und der Ursache auf den Grund zu gehen. Gerade, wenn Probleme in der Schule nicht mit Eltern besprochen werden, dann ist es wichtig, dass die Kinder mit einer Vertrauensperson sprechen können. 

 

Verweigern Kinder oder Jugendliche den Gang zur Schule, kann dies verschiedene Gründe haben. Manche - besonders kleinere Kinder - verspüren Angst vor der Trennung von der Mutter oder dem Vater. Es können aber auch Versagensängste sein, wenn zu viel Wert auf Noten gelegt wird und der Druck auf die Leistung des Kindes enorm hoch ist. Soziale Ängste, wenn das Kind gemobbt und ausgegrenzt wird können ebenfalls Auslöser für ein Verweigern der Schule sein. Manchmal sind es auch Kombinationen verschiedener Ängste. 

 

Hinzu kommt die Angst vor der Angst. Kinder die Angst sehr intensiv spüren, die entwickeln eine Angst davor, wieder diese Angst fühlen zu müssen. Diese Furcht führt zu einem Teufelskreis. Treten Panikattacken regelmässig auf, dann braucht es dringend Hilfe. Denn aus einer Angststörung können Folgeprobleme entstehen, die man nicht unterschätzen sollte. 

 

Deshalb ist es sinnvoll, nicht lange zu warten, sondern zu reagieren. Es ist wichtig, dass das Kind mit einer Vertrauensperson sprechen kann, dass es sich in Sicherheit fühlt und auch über seine Ängste und Sorgen erzählen kann. Wenn die Eltern dies nicht gewährleisten können, dann gibt es viele Fachpersonen wie Psychologen/innen oder andere Therapeuten, die dies übernehmen können. 

 

Wenn das Kind bestimmte Entspannungsmethoden und Atemübungen erlernt und übt, dann kann es diese in einem akuten Fall anwenden und gerät so womöglich nicht mehr so schnell aus der Fassung. 

 

 

Gerne gebe ich Ihnen oder ihrem Kind eine entspannende Massage, Klangmassage, mache mit euch eine Klangreise oder zeige euch Atemtechniken und Entspannungsübungen für zu Hause und unterwegs... Ich freue mich auf eine Kontaktaufnahme...

 

Ausschluss: Ich bin keine Ärztin oder Psychologin und bin deshalb im akuten Fall womöglich die falsche Ansprechperson. Aber begleitend komplementär bin ich gerne für euch da!

EVE-ON

Yvonne Hiltebrand

Rebweg 8, 8181 Höri

[email protected]

Ausgewählte Produkte sind nun auf Etsy erhältlich! Mein Shop heisst: EVEON