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Ausweichmanöver

Wenn der Wind der Veränderung weht, dann bauen die einen Mauern, die anderen Windmühlen. chinesisches Sprichwort

 

Wir versuchen dauernd, überall und zu jeder Zeit uns abzulenken. Abzulenken von Gefühlen, Emotionen, bestimmten Gedanken. Die wir als unangenehm einstufen. Die wir nicht haben wollen. Unser Nervensystem hat ein ausgeklügeltes System entwickelt, um uns zu schützen. Dafür können wir dankbar sein, denn früher - vielleicht als wir noch Kinder waren, oder auch später, hat es uns vor lebensbedrohlichem Schmerz beschützt. Damals war das angebracht, ja notwendig. Doch heute nicht mehr. Um uns weiterentwickeln zu können müssten wir nun also hinschauen. Genau hinschauen. Hinhören. Genau hinhören. 

 

Doch dazu sind die wenigsten Menschen bereit. Die meisten bevorzugen es in altbekannten Gewässern zu schwimmen. Wir wünschen uns zwar in gewissen Bereichen Veränderung und andere Situationen. Wir wünschen uns vielleicht einen anderen Job, mehr reisen zu können, mehr Geld oder sonstige Errungenschaften. Doch wir sind nicht bereit, die nötigen Veränderungen anzugehen, die es bräuchte. Wir denken, das Aussen müsste den neuen Job oder mehr Zeit zum Reisen und mehr Geld an uns heran tragen. Wir ignorieren, dass Veränderung und Weiterentwicklung nur aus unserem Inneren erwachsen kann.

 

 

Was heisst das konkret?

Gemälde by eve-on
Gemälde by eve-on

Wir lenken uns ab. Immer. Wir halten es nicht aus, mit uns alleine in der Stille zu verweilen. Das macht uns Angst. Also greifen wir lieber zum Handy, zu einem Buch, schauen TV, stürzen uns in einen Shopping Nachmittag oder lenken uns sonst irgendwie ab.

 

Sogar wenn wir beschliessen, eine Zeitlang in die Stille zu gehen, dann kann es vorkommen, dass wir dauernd nach Ablenkung Ausschau halten: „Oh da höre ich einen Vogel zwitschern. Und jetzt braust ein Auto am Haus vorbei. Ist das ein Flugzeug, das ich da höre? Oh und wieso hat es dort in der Ecke so viel Staub? Da muss ich dringend saugen.“ und schwupps stehst du auf und holst den Staubsauger. Das muss schliesslich jetzt gleich sofort erledigt werden, nicht dass du es wieder vergisst!

Unser Ego konstruiert dauernd solche Geschichten, wenn wir uns unseren tiefsten Verletzungen, Muster, Glaubenssätzen und Traumata annehmen wollen. Wenn wir in die Heilung ebendieser kommen wollen, dann klingt ein extralauter Alarm durch unser System. Und unser Nervensystem tut dann alles, um zu verhindern, dass wir wieder verletzt werden könnten.

 

Auch Meditation, Entspannungsübungen, ein Besuch im Thermalbad oder Yoga kann dazu dienen, uns abzulenken. Dann gaukelt uns unser System vor, wir würden uns etwas Gutes tun und uns entspannen. Aber tatsächlich ist auch das bloss eine Ablenkung vom Kern oder von der Ursache der Verspannung. Viele Leute können auch gar nicht mehr gut entspannen. Sie lassen sich zwar massieren und während der Massage kann es vorkommen, dass sie in einen Entspannungszustand gelangen. Doch kaum stehen sie von der Liege auf, ist da wieder der altbekannte Rucksack, der geschultert wird und der automatisch wieder zu den altbekannten Verspannungen führt. Bei vielen Menschen wirken solche Therapieangebote nicht nachhaltig und dauerhaft. Leider. Was also braucht es in unserer Bevölkerung, dass wir Menschen wieder entspannter, respektvoller miteinander umgehen können? 

 

Wir müssen lernen unser Nervensystem und unser Ego zu durchschauen. Wir müssen diese zwei Instanzen quasi austricksen, um endlich all diese Altlasten loszuwerden.

 

 

Foto by eve-on
Foto by eve-on

Besonders wenn da unterschwellig unangenehme Gefühle unter der Oberfläche auftauchen, dann tun wir alles, um diese Gefühle nicht fühlen zu müssen. Wir nehmen zum Teil grösste Anstrengungen in Kauf, nur um diese Gefühle wegzudrängen, zu übertünchen oder zu ignorieren. Für eine gewisse Zeit geht das sicherlich gut. Doch irgendwann hat unser Körper, unsere Seele genug und dann zeigt sich dies als Krankheit. 

 

Tatsächlich ist es nicht ohne, sich diesen Schattenseiten in uns zuzuwenden. Es braucht Mut und Disziplin. Die Disziplin und den Willen überhaupt zu beginnen. Und dann den Durchhaltewillen, es durchzuziehen, auch wenn es zwischenzeitlich unangenehm ja vielleicht sogar garstig wird. Es kann einen durchschütteln, erschüttern, und alles auf den Kopf stellen. Doch wenn man dran bleibt und sich absolut nicht ablenken lässt, dann wird man die Erfahrung machen, dass es sich lösen darf. Jeder Sturm geht irgendwann vorüber. Wenn man mit dieser Gewissheit die Initiative ergreift, dann erscheint das ganze Unterfangen von Anfang an nicht so dunkel und bedrohlich. Wenn man sich selbst eingesteht, dass es vorübergehen kann und darf, dann sieht man bereits das Ende des Tunnels und hält besser durch. Denn sobald man sich wieder ablenken lässt, muss man wieder von Vorne beginnen. Warum also nicht durchhalten? Den Prozess bis zum Ende gehen? Und die Erlösung erfahren. Denn diese ist wunderschön!

 

Sobald man sich auf diesen Weg macht, ist es auch so, dass da immer wieder neue Themen an die Oberfläche schwappen. Man hat das Gefühl, es hätte nie ein Ende. Das kann auch frustrieren und auslaugen. Und es ist durchaus erstaunlich, was wir uns alles so erzählen und wie tief manche Mechanismen sitzen. Glaubenssätze, die wir nicht mal als solche erkennen, weil sie so alltäglich und für uns „normal“ sind, dass wir nicht realisieren, dass sie Glaubenssätze sind. Aber auch diese Glaubenssätze sind bloss Sätze. Harmlos. Sie können, sobald wir sie als solche entlarvt haben, sofort gewandelt werden. Doch manches sind Sätze, die so tief in uns verankert sind und so sehr im Unterbewusstsein unsere Gedanken und Gefühle beeinflussen, dass sie komplett unter dem Radar des Bewusstseins fliegen. Wir merken es nicht einmal. Sie sind so sehr verinnerlicht. Um dort an die Quelle zu gelangen, um diese Glaubenssätze und -systeme zu entlarven braucht es extrem viel Durchhaltewillen und Kraft. Man muss es explizit wollen. 

 

Doch wenn man diesen Weg tatsächlich angeht und beschreitet, dann wartet etwas Wundervolles auf der Spitze des Berges oder am Ende des Tunnels. Diese Leichtigkeit, diese Verbundenheit, diese Freiheit ist überwältigend! Sie ist so berührend, dass man in Tränen vor Freude ausbrechen mag. Sie ist so erleichternd und entspannend, dass man einen Freudentanz vollführen mag.

 

Dann hat man das Gefühl, eine extrem grosse Last sei endlich - nach Jahren der Qual - von den Schultern gefallen. Man hat das Gefühl, wieder „ganz“ zu sein. Man fühlt sich leicht und federnd. Befreit. Denn man hat dann einen Anteil seiner selbst zurück geholt, der vielleicht schon seit Jahren abgespalten war. Dann fühlt man sich klar und fokussiert. So fokussiert wie schon lange nicht mehr. 

 

Falls du gerne von mir begleitet werden möchtest, in einem solchen Prozess. Dann melde dich gerne bei mir [email protected]. Ich bin gerne für dich da.

EVE-ON

Yvonne Hiltebrand

Rebweg 8, 8181 Höri

[email protected]

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