Wir können nur Heilung und inneren Frieden finden, wenn wir aufhören von unserem Leiden davon zu laufen, es zu übertönen oder übertünchen versuchen. Doch offenbar wollen viele Menschen gar keine Heilung erfahren. Andere realisieren gar nicht, dass es ihnen nicht gut geht.
Heilung kann geschehen, wenn wir unser Leiden willkommen heißen und es zärtlich umarmen. Wenn wir lernen mit ihm in einer Wohngemeinschaft zu leben. Dann kann Heilung und innerer Friede Einzug halten. Und ganz nebenbei entwickelt sich bedingungslose Liebe, Demut und Mitgefühl.
Heilung geschieht dann, wenn wir uns nicht mehr als Opfer betrachten. Wenn wir bereit sind, die Verantwortung zu übernehmen. Die Verantwortung für uns und unser Leben, unsere Gedanken, unsere Gefühle und Emotionen, unser Handeln oder Nicht-Handeln. Wir haben immer die Wahl. In jeder Minute in unserem Leben können wir wählen, wie wir einer Situation begegnen wollen, was wir denken wollen und wie wir handeln wollen. Wir sind keine Opfer. Jeder. Von uns, hat schon mal Dinge erlebt, die ihn verletzt oder sogar traumatisiert haben. Jeder von uns hat selbst schon gemobbt, gelästert, verletzt, ausgegrenzt, verurteilt, gemotzt und die Nerven verloren. Aber jeder von uns trägt den Samen all dieser Anteile in uns. Yin und Yang. Nährst du den guten oder den bösen Wolf? Und ein Kind, das ein anderes Kind mobbt, das bringt damit nur zum Ausdruck, dass es ihm selbst auch nicht gut geht. Dass es unglücklich ist und Hilfe braucht. Ein Kind das ein anderes Kind hänselt oder verletzende Dinge sagt oder tut, das ist vielleicht eifersüchtig, oder eigentlich traurig und wütend und es bräuchte jemanden, der sein Leiden sieht, und der ihm zuhört. Kein Kind ist von Natur aus böse. Es wird dazu angestiftet, durch seine Erfahrungen.
Ein alter Cherokee Indianer erzählte einst seinem Enkel: Junge, in uns allen tobt ein Kampf zwischen zwei Wölfen. Einer von ihnen ist böse. Er repräsentiert Zorn, Eifersucht, Gier, Neid, Unehrlichkeit und Stolz. Der andere ist gut. Er steht für Freude, Frieden, Liebe, Hoffnung, Demut und Ehrlichkeit. Der Junge dachte darüber nach und fragte: Grossvater, welcher Wolf gewinnt den Kampf? Der alte Mann antwortete: Der, den du fütterst.
