Heutige Kinder kommen oft schon auf der 3. Stufe zur Welt und überspringen die 1. und die 2. Stufe. Dies zeigt sich darin, dass sie schon als Säugling sehr wach und aufmerksam sind, sie wollen lernen, streben nach Autonomie und haben einen starken Willen. Das Kind trägt das kritische Hinterfragen bereits in sich, es will selber verstehen und etwas nachvollziehen können und nicht einfach nur Regeln befolgen und artig sein. Sie tragen das Bedürfnis, Macht auszuüben und sich unterzuordnen nicht mehr in sich. Deshalb ecken sie oft mit Menschen, die in der ersten Stufe angesiedelt sind, an.
Man wechselt auch auf den Stufen hin und her = man kann sich gleichzeitig in mehreren Stufen befinden. Dies ist nicht starr und fix. Hier die Details zu den Stufen:

1 primäre Integration - Macht über
- Egozentrismus
- wenig Dynamik
- Die Entwicklung ist stur und begrenzt
- Das Leben dieser Menschen dreht sich nur um ihr eigenes ICH
- das Denken ist rigid und autoritär
- wenig Empathie
- Sie besitzen keine Fähigkeit und keinen Willen zur Selbstkritik
- Sie suchen die Ursache für Probleme immer woanders
- Sie tragen keine Eigenverantwortung
- Ihr Konkurrenzdenken ist extrem ausgeprägt
- Macht ausüben für die einen, sich diesen Menschen unterordnen und anpassen für die anderen
- Manche Menschen bleiben immer in dieser ersten Stufe - ihr Leben lang
- Viele Führungskräfte und Politiker mit einer Machtposition stecken in dieser ersten Stufe fest.
2 eindimensionale Desintegration - Anpassung
- Relativismus / Relativisten = es ist vieles möglich, sie stören sich an nichts, sie unterwerfen sich
- Das Denken ist formbar, formlos und biegbar
- wenig Kontur
- Diese Menschen passen sich an
- sie dienen
- sie sind moralisch unzufrieden
- sie haben kein Streben nach Wachstum
- sie verfügen nicht über innere Werte
- sie orientieren sich an Religionen, Konsum, Machtgefüge, idealistischen Vereinigungen, etc. und übernehmen blindlings deren Meinungen, Dogmen und Regeln ohne nachzudenken. Sie identifizieren sich mit diesen Meinungen und verteidigen diese.
- sie haben horizontale Konflikte = nur auf der eigenen Ebene. Ihr Ego steht im Zentrum, alles dreht sich nur um sie. = Zermürbend.
3 Spontane mehrdimensionale Desintegration - kritisches Hinterfragen (Selbstermächtigung)
- Mehrdimensionalität, das Denken wird komplexer
- Kinder auf dieser Stufe sind schon sehr früh Gesellschaftskritisch, kritisch gegenüber Autoritäten
- Sie hinterfragen alles, schauen dahinter
- Sie sind aber auch sehr selbstkritisch, haben viele innere Zweifel, Ängste und Unsicherheiten
- Dies kann zu existenzieller Verzweiflung führen, besonders wenn sie das Verhalten der Umwelt, der Menschen, von Autoritäten, aber auch das Geschehen in der Natur oder von Tieren als unlogisch erachten = Kinder auf dieser Stufe Zweifeln sehr oft an der gesamten Menschheit
- Sie leiden manchmal unter existenziellen Depressionen, durch das Beobachten des Zustandes der Welt. Wenn das eigene Leben nicht übereinstimmt.
- Sie hinterfragen die Werte, Philosophien, den Konsum - einfach ALLES
- Sie fühlen sich zuerst nach, ob etwas stimmig ist, ob es zu ihren inneren Werten und Gefühlen passt.
- Die Meinungen anderer werden nicht einfach blindlings übernommen
- Sie haben eine ausgeprägte Wertestruktur von Glück = sie messen sich nicht an dem was sie haben, sondern an dem Glücksgefühl, das ihnen etwas bereitet.
- Wertekonflikte sind vertikal = zwischen verschiedenen Werten, Ideologien = moralisch, ästhetisch
- Durch das, dass sie sehr selbstkritisch sind, ertragen sie schlecht Kritik von aussen - weil sie sich dadurch immer sofort in ihrer Person angegriffen fühlen.
- sie lehnen kategorisch Gewalt gegen Menschen, Tieren und der Natur ab
4 Organisierte mehrdimensionale Desintegration - Gerechtigkeitsgefühl und Systemkritik (Selbstermächtigung)
- Das Kind ringt um Selbstfindung
- Es denkt, dass alles was es selbst glücklich, traurig, zufrieden, etc. macht, dass dies für alle anderen Menschen auch so funktioniert.
- Es kann Ungerechtigkeiten nicht ertragen
- Es funktioniert, denkt, fühlt und handelt von innen nach aussen und nicht so wie auf Stufe 2 von aussen nach innen
- Es verzweifelt an der Welt, verliert den Sinn des Lebens
- Es fühlt oft eine starke Unzufriedenheit zwischen dem Ich-Ist, dem Welt-Ist und seiner Idealvorstellung. Die Selbstzweifel können es zermürben
- strebt stark nach Perfektionismus
- strebt nach Autonomie, konfrontiert, eckt an
- ethische und moralische Aspekte treten in den Vordergrund
- Systemkritik, ringt um Selbstfindung, Verantwortung
- Konfrontation mit Glaubenssystemen
- Dies kann z.T. bereits im Kindergarten beginnen! Dann brauchen die Kinder Ranggleichheit, Augenhöhe, Menschen die zuhören und sie ernst nehmen, gewaltfreie Kommunikation, Strategien um Konflikte zu lösen
5 Sekundäre Integration - Selbstermächtigung
- Selbstfindung findet statt in der Pubertät (= relativ spät)
- Wer bin ich? und wer will ich sein?
- Selbstbeherrschung, Echtheit und Selbstverantwortung werden wichtig und können umgesetzt werden
- Idealselbst ist erreichbar = in Einklang bringen von Idealselbst und Realselbst = innere Harmonie
- Kind kommt in Balance
- Innere Werte integrieren und vertreten
- das Kind möchte sein Leben in den Dienst der Menschheit stellen
- Selbstermächtigung vollendet sich
- Die Konflikte werden weniger, die Entwicklungsschritte kleiner
- Das Kind lernt die Selbstfürsorge und gewaltlose Problemlösungsstrategien werden richtig angewandt.
- Kinder / Erwachsene auf der 5. Stufe füllen Führungspositionen anders aus. Sie wollen in der Gemeinschaft machtvoll unterwegs sein und etwas erreichen / bewirken. Das Gemeinschaftsgefühl ist wichtig = gemeinsam Macht einsetzten um gemeinsam die Probleme der Welt anzugehen und zu lösen. Alle stellen sich gegenseitig ihr Wissen und Können zur Verfügung
7 Entwicklungsschritte innerhalb der 5 Stufen
—> diese Entwicklungsschritte finden jeweils in jeder Stufe statt. Sie helfen, das Kind am richtigen Ort anzusiedeln.
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von der äusseren zur inneren Kontrolle
- 1.1.möchte nicht gehorchen, sondern verstehen
- 1.2.wenn es sein Verhalten verändern soll, dann aus dem Verständnis heraus, und nicht weil ihm jemand dies so sagt.
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vom impulsiven Verhalten zur Affektkontrolle
- 2.1.ich kläre meine Bedürfnisse selber
- 2.2.ich reguliere meine Gefühle
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von Freundlichkeit zu Ehrlichkeit, Empathie und Mitgefühl
- 3.1. Mitteilung von Gefühlen etc. ohne Angst vor Ablehnung
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von der sozialen Norm von aussen zur idealen Norm in mir
- 4.1.Orientierung nach Bedürfnissen = meinen Bedürfnissen
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von relativen Werten zu universellen Werten
- 5.1.Wollen selbst entscheiden welche Werte wichtig für sie sind
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vom Wettbewerb zum Dienst am Anderen
- 6.1.halten nichts vom Sieg und Wettbewerb
- 6.2.sie wollen sich lieber zum Wohle aller einsetzen
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von individueller zur allumfassenden Liebe
- 7.1. Weg vom Belohnungsdenken, von Strafe und Belohnung hin zu der wertefreien Liebe = Ich liebe dich, weil du du bist und weil du so bist wie du bist.
